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„Mission erfüllt“: Soldaten bringen Drogenboss „El Chapo“ zur Strecke

Mexiko-Stadt, 9. Januar 2015 – Mit seinem spektakulären Gefängnisausbruch vor einem halben Jahr bescherte Guzmán dem mexikanischen Präsidenten Peña Nieto die schwerste Schmach seiner Amtszeit. Jetzt ist der Kartell-Chef wieder hinter Gittern. Experten fordern seine Auslieferung an die USA. Von Denis Düttmann

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Joaquín “El Chapo” Guzmán auf dem Weg zurück ins Hochsicherheitsgeföngnis Foto: almomento.mx)

Von Denis Düttmann

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Mexiko-Stadt, 9. Januar 2015 – Mit seinem spektakulären Gefängnisausbruch vor einem halben Jahr bescherte Guzmán dem mexikanischen Präsidenten Peña Nieto die schwerste Schmach seiner Amtszeit. Jetzt ist der Kartell-Chef wieder hinter Gittern. Experten fordern seine Auslieferung an die USA.

Im Morgengrauen kreisen Hubschrauber über der Stadt Los Mochis im Westen von Mexiko. Schwerbewaffnete Soldaten durchkämmen die Straßen, inspizieren sogar die Abflusskanäle. Der Einsatz soll sich lohnen: Den Marineinfanteristen geht der mächtigste Drogenhändler des Landes ins Netz. Seit seiner spektakulären Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis hatten Polizisten, Soldaten und Geheimdienstagenten Joaquín „El Chapo“ Guzmán im ganzen Land gejagt. Jetzt bringen sie den Chef des Sinaloa-Kartells ausgerechnet in seinem Heimatstaat zur Strecke.

„Mission erfüllt. Wir haben ihn“, twittert Präsident Enrique Peña Nieto. Der Gefängnisausbruch des Drogenbosses im Juli vergangenen Jahres war die wohl bislang peinlichste Episode in der Amtszeit des Staatschef. Umso erleichterter wirken er und sein ganzes Kabinett jetzt. Nachdem Peña Nieto die Festnahme am Freitag im Nationalpalast in Mexiko-Stadt bekanntgegeben hatte, brandete Jubel auf. Der Präsident, sein Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong und die Generalstaatsanwältin Arely Gómez fallen sich in die Arme.

„Seine erneute Festnahme ist ein Erfolg für den Rechtsstaat. Heute haben unsere Institutionen einmal mehr bewiesen, dass wir ihnen vertrauen können“, sagt der Staatschef. Dabei hatte die Flucht von „El Chapo“ aus dem Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano im Zentrum von Mexiko gezeigt, wie wenig die Behörden dem langen Arm und den tiefen Taschen der Drogen-Kartelle entgegen zu setzen haben.

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Guzmán war durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel, der bis in die Dusche seiner Zelle führte, einfach aus der Haftanstalt heraus spaziert. Der unterirdische Gang war professionell gebaut und verfügte über elektrisches Licht, Luftzufuhr und ein Schienensystem. Für seinen Ausbruch musste er Helfer innerhalb und außerhalb des Gefängnisses gehabt haben.

„El Chapo“ ist der mächtigste Drogenhändler der Welt und hat sein Sinaloa-Kartell zu einem multinationalen Großkonzern des organisierten Verbrechens ausgebaut. Das Verbrechersyndikat schmuggelt Kokain von Südamerika in die USA, produziert im großen Stil Marihuana und ist in illegalen Bergbau, Produktpiraterie, Menschenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt. Die satten Gewinne brachten Guzmán einen Platz auf der „Forbes“-Liste der reichsten Menschen der Welt ein.

Bereits zweimal ist „El Chapo“ aus einem mexikanischen Hochsicherheitsgefängnis geflohen, ob die Behörden sich diesem Risiko ein weiteres Mal aussetzen wollen, ist mehr als fraglich. Nach seinem letzten Ausbruch war die mexikanische Regierung heftig dafür kritisiert worden, Guzmán nicht an die USA ausgeliefert zu haben. Dort liegen mehrere Haftbefehle wegen Drogenhandels gegen ihn vor.

Auch jetzt lassen die Vereinigten Staaten wieder Interesse durchblicken, dem Drogenbaron des Prozess zu machen. „Das US-Ministerium ist stolz, eine enge und effektive Beziehungen zu den mexikanischen Kollegen zu pflegen und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit, um die Sicherheit aller Bürger zu gewährleisten“, sagt US-Justizministerin Loretta Lynch, als sie von Guzmáns Festnahme erfährt.

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Juristische Lage über Auslieferung noch unklar

Allerdings ist die juristische Lage noch unklar. Zwar hat ein mexikanischer Bundesrichter die Auslieferung von „El Chapo“ bereits im vergangenen Jahr genehmigt. Jedoch fochten die Anwälte des Sinaloa-Kartells den Beschluss an. Eine sofortige Überstellung an die USA sei wegen des einstweiligen Rechtsschutzes nicht möglich, sagte der Berater für öffentliche Sicherheit, Eduardo Guerrero, der Zeitung „Milenio“.

Zudem gibt es Zweifel, ob die mexikanische Regierung ihren wichtigsten Gefangenen wirklich abgeben will. Erstens möchten die Behörden beweisen, dass sie selbst in der Lage sind, Guzmán zu verurteilen und zu bestrafen. Und zweitens gibt es wohl Befürchtungen, dass die US-Behörden „El Chapo“ einen Deal vorschlagen und der Kartellchef richtig auspackt. Dann dürfte auch so einiges über die mutmaßliche Verwicklung von mexikanischen Beamten und Politiker in den Drogenhandel ans Licht kommen.

Der Sicherheitsexperte Alejandro Hope glaubt aber, dass sich Mexiko angesichts von zwei erfolgreichen Ausbrüchen dem Auslieferungsbegehren der USA diesmal überhaupt nicht verweigern kann. „Heute beginnt “El Chapo” mit der Planung seiner nächsten Flucht“, sagt Hope. „Liefert ihn aus – ohne Verzögerung.“ (dmz/dpa/hl)

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