Nach einem Tag im Amt: Bürgermeisterin in Morelos erschossen

 

Die Politikerin der Linkspartei PRD und ehemalige Bundesabgeordnete Gisela Mota war erst einen Tag im Amt als Bürgermeisterin ihrer Haimatstadt Temixco (Foto: 7díasTV  / Twitter)

Temixco, 3. Januar 2016  Nur einen Tag nach ihrem Amtsantritt ist die Bürgermeisterin der Stadt Temixco in Mexiko getötet worden. Die Täter erschossen Gisela Mota am Samstag in ihrem Haus. „Das ist eine Kampfansage des Verbrechens. Wir werden uns nicht geschlagen geben“, schrieb der Gouverneur des Bundesstaates Morelos, Graco Ramírez, auf Twitter.

Bei dem Anschlag auf die Politikerin der Linkspartei PRD kamen zwei weitere Menschen ums Leben. Am Sonntag ließ Regierungschef Ramírez die Flaggen auf halbmast setzten und ordnete eine dreitägige Trauerzeit an. PRD-Chef Agustín Basave verurteilte den Mord und forderte eine rasche Aufklärung.

Die Polizei tötete zwei der mutmaßlichen Täter und nahm drei weitere Verdächtige fest, wie der Sicherheitschef von Morelos, Alberto Capella Ibarra, mitteilte. Dabei handele es sich um eine 32-jährige Frau, einen 18-jährigen Mann und einen Minderjährigen. Bei dem Einsatz seien Autos, Waffen und Sturmhauben beschlagnahmt worden. Hinweise auf ein Motiv für den Anschlag gab es zunächst nicht.

Die Täter waren am Samstagmorgen ins Haus der Bürgermeisterin eingedrungen und zwangen sie und andere Angehörige ins Freie, in der Haustür eröffneten sie das Feuer auf die 33-Jährige und flüchteten zunächst. Einer der später festgenommenen mutmaßlichen Täter soll nach Medienberichten erklärt haben, dass sie für den Mord eine halbe Million Pesos erhalten hätten.

Morelos liegt südlich von Mexiko-Stadt und gilt als einer der gefährlichsten Bundesstaaten Mexikos. In den Bergen wird Mohn angebaut und durch das an die Bundesstaaten Estado de México und Guerrero grenzende Dreieck bei Coatlán del Río führt eine der Haupttransportrouten von Drogen.

Zuletzt zog die örtliche Regierung Polizisten und Ausrüstung aus der nahe Temixco gelegenen Landeshauptstadt Cuernavaca ab, weil der neue Bürgermeister Cuauhtémoc Blanco einem Abkommen über eine gemeinsame Polizei (Mando Único) nicht zugestimmt hat. „Sie lassen uns nackt dastehen“, sagte der ehemalige Fußballstar. Mehrere Bezirke in Morelos halten an ihrer Kreispolizei fest und widersetzen sich einer gemeinsamen Landespolizei.

Das Büro der Bürgermeisterin soll nach offiziellen Angaben mehrere anonyme Botschaften empfangen haben, in denen sie aufgefordert wurde, das im April 2014 auch in Texmico eingeführte neue Polizeimodell wieder rückgängig zu machen.

Nach dem Attentat ließ Gouverneur Graco Ramírez Sicherheitskräfte des „Mando Único“ in 15 Bezirke des Bundesstaats entsenden.

Temixco ist wegen seines Schwimmbads in den Ruinen einer ehemaligen Zuckerrohr-Hazienda auch ein beliebtes Ausflugsziel. (dmz/hl mit Material von dpa)




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