Operation „Teufel Express“: Neuer Schlag gegen Sinaloa-Kartell von „El Chapo“

 

Die mexikanische Bundespolizei am Freitag bei der Operation „Diablo Express“ (Teufel Express) (Foto: www.almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 31. Januar 2016 – Neuer Schlag  gegen das Sinaloa-Kartell: Bei einem Überraschungscoup der mexikanischen Bundespolizei wurden im Bundesstaat Sonora im Grenzgebit zu den USA  22 führende Mitglieder des Verbrechersyndikats fest, zwei weitere wurden bei der Operation „Diablo Express“ getötet. Das bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft am Wochenende.

Nach der Festnahme von Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán geht die Regierung massiv gegen seine Gefolgsleute vor. Am Freitag hat Mexikos Bundespolizei im Zuge einer Großoffensive 22 führende Mitglieder seines Drogenkartells festgenommen. Wie die Zeitung „El Universal“ am Wochenende berichtete, sind darunter Mitglieder, die für die Finanzgeschäfte des Kartells verantwortlich sind.

Der Zugriff sei in der Gemeinde Plutarco Elías Calles, in einer ländlichen Gegend im Bundesstaat Sonora im Grenzgebiet mit den USA, erfolgt. Dabei seien Drogen und auf dem Landgut festgehaltene Migranten entdeckt worden, die das Rauschgift in die USA schmuggeln sollten.

Die überführten Mitglieder des Sinaloa-Kartells haben vermutlich vorwiegend in Sonoyta operiert, einer Grenzstadt zu Arizona. Von dort aus hätten sie in den vergangenen Jahren Tonnen an Drogen in die USA gebracht.

„Geglückte Kooperation“ zwischen USA und Mexiko

Die US-Zollbehörde (ICE) spricht von einem schweren Schlag gegen das Sinaloa-Kartell. US-Sicherheitsbehörden hätten mit Informationen zu den Transportrouten der Drogenhändler und möglichen Aufenthaltsorten wichtige Hinweise geliefert. Die Operation beweise, dass die die Kooperation zwischen den US- und mexikanischen Behörden im Kampf gegen den Drogenhandel funktioniert.

In einer Mitteilung von Samstagnacht berichtet ICE-Sprecherin Gillian Christensen von der Aktion: „Diese Operation wurde unter strikter Geheimhaltung durchgeführt, um den Überraschungseffekt und das Leben der mexikanischen Sicherheitsbeamten nicht zu gefährden.“

Laut ersten Aussagen einiger Beteiligter der mexikanischen Bundespolizei näherten sie sich in einer Landoffensive und mit Hilfe von Black Hawk-Helikoptern dem Grundstück, in dem die Kriminellen vermutet wurden. Als diese das Feuer eröffneten, kam es zu einer Schießerei, bei der zwei Mitglieder des Kartells ihr Leben verloren. 22 der Männer ergaben sich daraufhin freiwillig.

Nach seinem Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis war der Chef des Sinaloa-Kartells, Joaquín  „El Chapo“ Guzmán am 8. Januar gefasst worden. Die USA haben Guzmáns Auslieferung beantragt. Die US-Behörden werfen ihm Mord, Drogenhandel, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche vor.

Mexikos Regierung unterstützt dies. „Natürlich ist das ein juristisches Verfahren, aber die Generalstaatsanwaltschaft hat die Anweisung, zügig zu arbeiten, um diesen gefährlichen Verbrecher so schnell wie möglich auszuliefern“, sagte der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto vor wenigen Tagen. Das Sinaloa-Kartell gilt als eines der mächtigsten Verbrechersyndikate Mexikos. Es kontrolliert im Westen des Landes den Kokain- und Marihuanaschmuggel in die USA und unterhält enge Kontakte zu kolumbianischen Drogenhändlern.

Mittlerweile hat das Kartell sein Geschäftsfeld erweitert und ist nach Einschätzung von Experten auch in Produktpiraterie, Menschenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt. Allein mit Drogen setzt es Schätzungen zufolge jährlich rund drei Milliarden US-Dollar um. Es ist nicht hierarchisch organisiert, sondern eine Allianz aus mehreren  Drogenkartellen und deren Gefolgsleuten. Zunächst setzte es auf Marihuana, dann kamen Heroin und Kokain hinzu. In den USA soll das Kartell zeitweise für rund 25 Prozent des Kokain-Angebots verantwortlich gewesen sein. (dmz/sw/hl  mit Material von dpa)