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Verschwundene in Mexiko: Harsche Kritik von Amnesty an Regierung

Berlin/Mexiko-Stadt, 14. Januar 2016 – In Mexiko gelten mehr als 27 000 Menschen als vermisst.  Nach Einschätzung der internationalen Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) unternimmt die mexikanische Regierung zu wenig gegen das Verschwinden zahlreicher Menschen. Sie sei unfähig, adäquat zu ermitteln, heißt es in einem jetzt veröffentlichten Bericht von AI.

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Die 43 Studenten aus Azotzinapa sind ds prominenteste Beipiel der in Mexiko spurlos Verschwundenen ((Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 14. Januar 2016 – In Mexiko gelten mehr als 27 000 Menschen als vermisst.  Nach Einschätzung der internationalen Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) unternimmt die mexikanische Regierung zu wenig gegen das Verschwinden zahlreicher Menschen. Sie sei unfähig, adäquat zu ermitteln, heißt es in einem jetzt veröffentlichten Bericht von AI.

„Das bis heute nicht aufgeklärte Verschwinden der 43 Studenten im September 2014 ist nur einer von vielen anderen Fällen, die das komplette Versagen der mexikanischen Regierung zeigen“, sagte Maja Liebing, Mexiko-Expertin bei Amnesty International in Deutschland, bei der Vorstellung des Berichts am Donnerstag in Berlin.

Die Unfähigkeit der mexikanischen Regierung, adäquat zu ermitteln, bringe Tausende Menschen in Gefahr. Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten teilweise nur mangelhaft oder arbeiteten mit kriminellen Organisationen zusammen. Laut AI verzichteten die mexikanischen Behörden in den meisten Fällen zum Beispiel darauf, Telefon-, Bank- und Finanzdaten der Opfer und Tatverdächtigen zu überprüfen. Standortinformationen von Handys und Aufnahmen von Überwachungskameras an den vermutlichen Tatorten würden nicht berücksichtigt.

Die Polizei stelle die Vermissten auch oft einfach als Mitglieder eines Drogenkartells dar, die Opfer von Revierkämpfen geworden seien. „Dieses skrupellose Verhalten der mexikanischen Behörden zeigt, dass sie überhaupt kein Interesse daran haben, den Opfern und deren Angehörigen zu helfenkritisiert Liebig und fordert die mexikanische Regierung auf, entschlossener gegen das Verschwindenlassen vorzugehen. Polizei und Staatsanwaltschaft müssten schneller, gründlicher und unabhängig ermitteln. „Die Familienangehörigen müssen an diesen Ermittlungen beteiligt und für das Verschwindenlassen ihrer Angehörigen angemessen entschädigt werden“, sagte Liebing.

Liebing forderte die Bundesregierung dazu auf, von der mexikanischen Regierung konkrete Verbesserungen der Menschenrechtslage zu verlangen. „Das Thema Menschenrechte sollte ein zwingendes Kriterium bei den Verhandlungen über das deutsch-mexikanische Sicherheitsabkommen über die Zusammenarbeit im polizeilichen Bereich sein. Die Bundesregierung dürfe sich bei der Bewertung der Menschenrechtslage in Mexiko nicht „auf die verharmlosenden Aussagen der mexikanischen Regierung verlassen“, heißt es in dem Bericht weiter.  „Leider ist das Verschwindenlassen in Mexiko ganz normal geworden und gehört zum Alltag“, sagte die AI-Regionalchefin Erika Guevara Rosas in Mexiko-Stadt. (dmz/hl mit Material von dpa)

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