„Wohlstandskranker“ Texaner kämpft juristisch gegen Auslieferung in seine Heimat

 

Der „wohlstandskranke“ Ethan Couch will nicht in seine Heimat USA ausgeliefert werden (Photographer / Twitter)

Los Angeles, 1. Januar 2016  Ethan Couch, der betrunken vier Menschen totgefahren hatte und wegen „Wohlstandskrankheit“ mit Bewährung davon kam, kämpft mit rechtlichen Mitteln gegen seine Abschiebung in die USA. Bei der Festnahme des 18-Jährigen hätten mexikanische Behörden möglicherweise gegen Menschenrechte verstoßen, berichtete die „Dallas Morning News“ unter Berufung auf Rechtsexperten. Der Prozess könnte sich damit Wochen oder gar Monate verzögern.

Der Texaner hatte im Alter von 16 Jahren vier Menschen totgefahren, war aber einer Gefängnisstrafe entgangen. Das Gericht urteilte damals, er sei „wohlstandskrank“, als verwöhntes Kind reicher Eltern seien ihm nie Grenzen aufgezeigt worden.

Die US-Staatsanwaltschaft strebt an, den Fall von einem Jugendgericht zu einem Gericht für Erwachsene zu verlegen. Sollte dem Teenager der Prozess als Erwachsener gemacht werden, drohen ihm wegen fahrlässiger Tötung unter Trunkenheit bis zu 20 Jahre Haft. Er hatte sich mit seiner Mutter Tonya Couch (48) nach Mexiko abgesetzt, wo er vor einer Woche im Badeort Puerto Vallarta festgenommen wurde.

Tonya Couch konnte Mexiko bereits verlassen, sie sollte vor ihrer Rückkehr nach Texas über das Wochenende aber in einem Gefängnis in Los Angeles bleiben. In dem Südstaat könnte ihr eine Haftstrafe drohen. Würde sie wegen der vereitelten Festnahme eines jugendlichen Straftäters verurteilt, müsste sie für zwei bis zehn Jahre hinter Gittern. Ihre Kaution wurde auf eine Million Dollar (rund 921 000 Euro) festgesetzt.

Vor Weihnachten war Couch in einem Video zu sehen, dass ihn vermutlich bei einer Bierparty zeigt. Alkoholkonsum wäre ein Verstoß gegen die Bewährungsauflagen, auf die eine Gefängnisstrafe steht. (dpa/dmz/hl)