Papst Franziskus verurteilt Mord an Priester aus Guerrero

 

Der 39-jährige Priester Gregorio López Gorostieta (Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 29. Dezember 2014 – Erneut ist ein Priester im Bundesstaat Guerrero ermordet worden, vermutlich von Mitgliedern einer lokalen Drogengang. Papst Franziskus hat die Tat in einem Brief verurteilt. Die Hoffnung auf eine Bestrafung der Täter ist jedoch gering.

Papst Franziskus hat den Mord an einem katholischen Priester in der mexikanischen Unruheregion Guerrero verurteilt. Gregorio López Gorostieta sei Opfer ungerechtfertigter Gewalt geworden, schrieb das Kirchenoberhaupt am Sonntag in einem Brief an den Bischof der Diözese Ciudad Altamirano, Maximino Martinez.

Der 39-jährige Priester war am Montag vor einer Woche verschleppt und am Ersten Weihnachtsfeiertag tot aufgefunden worden. Sein Auto wurde später verlassen entdeckt. Wie die Staatsanwaltschaft von Guerrero am heutigen Montag mitteilte, wurde der Geistliche erwürgt. Das habe die Obduktion ergeben. Zunächst hatte es geheißen, er sei mit einem Kopfschuss getötet worden.

Bischof Maximino Martinez sagte, nahe den Unterrichtsräumen in den Außenbezirken von Ciudad Altamirano, wo López Gorostieta unterrichtete, sei am Wochenende eine Gruppe Unbekannter gesehen worden. Offensichtlich sei er von ihnen gekidnappt worden. Er ist bereits der dritte Mord an einem Priester in dieser Region in diesem Jahr.

Drogengang Caballeros Templarios steckt vermutlich hinter der Tat

Das Motiv für den Mord ist bislang unklar. Beobachter vermuten, dass die Drogengang Caballeros Templarios Guardia Michoacana (kurz: Los Caballeros Templarios) aus dem benachbarten Bundesstaat Michoacán dahintersteckt. Sie sind dafür bekannt, von Geschäftsleuten in Altamirano Tausende Pesos Schutzgeld im Jahr zu erpressen.

Laut Bischof Maximino Martínez könnten aber auch andere Motive eine Rolle spielen. So bekämen Priester öfter Drohungen, wenn sie sich weigern, Hochzeiten oder Taufen von Bandenmitgliedern zu vollziehen oder dies nicht schnell genug passiert. Die Kirche verlangt normalerweise detaillierte schriftliche Unterlagen vor solchen Zeremonien.

Die Ermittlungen laufen, doch die Hoffnung auf Aufklärung ist gering

Der mexikanische Bischofsrat verurteilte die Tat und forderte von den Behörden eine umfassende Aufklärung dieser „und so vieler anderer Straftaten, die in so vielen Familien Leid verursacht haben“.

Doch die Hoffnung auf eine Bestrafung der Täter ist gering, da auch bei ähnlichen Fällen keine wirkliche Aufklärung stattfand. Pfarrer Jesus Mendoza Zaragoza sagte der Nachrichtenagentur AP: „Die Regierung verspricht Ermittlungen, aber es kommt nie etwas dabei heraus.“

Guerrero war zuletzt wegen der Entführung von Dutzenden Studenten in den internationalen Fokus gerückt. Polizisten hatten die jungen Leute Ende September verschleppt und Zeugenaussagen zufolge an die kriminelle Organisation Guerreros Unidos übergeben.

Festgenommene Bandenmitglieder räumten mittlerweile ein, die Studenten getötet und verbrannt zu haben. Bislang wurde jedoch erst ein Opfer anhand von verkohlten Überresten identifiziert. Die Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft in Mexiko werden seit vergangener Woche von einem lateinamerikanischen Expertenteam unterstützt. (dmz/ds/hl mit Material von dpa; Foto: www.almomento.mx)