Papst Franziskus: Wieder Brücke zwischen USA und Kuba – Applaus für Castro in der UNO

Gemeinsames Lächeln vor der Presse am Rande der UNO-Vollversammlung (Foto: The White House)

Rom/New York, 30. September 2015 – Papst Franziskus freut sich über die neue Brücke zwischen USA und Kuba. Der US-Präsident trifft sich am Rande der UN-Vollversammlung in New York mit Kubas Staatschef und dieser erhält den meisten Applaus von den Mitgliedern. Die Aufhebung des US-Handelsembargos bezeichnete Obama als „unumgänglich“ – gute Nachrichten inmitten von Syrien-Krieg und Flüchltingskrise.

Papst Franziskus hat sich nach seiner Rückkehr von seiner Amerikareise erfreut darüber geäußert, dass er als erster Staatschef seit mehr als fünfzig Jahren direkt von Kuba in die USA fliegen konnte. “Das war ein emblematischer Übergang, eine Brücke, die Gott sei Dank wiederhergestellt wird! Gott will immer Brücken bauen – wir sind es, die Mauern hochziehen! Und die Mauern stürzen ein, immer!”, sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche am Mittwoch bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz.

Franziskus sagte, er habe sich auf der sozialistischen Karibikinsel den Wunsch seines Vorgängers Johannes Paul II. zu eigen gemacht. Dieser hatte beim ersten Kuba-Besuch eines Papstes 1998 in Havanna ausgerufen, Kuba solle sich der Welt öffnen und die Welt solle sich Kuba öffnen. “Keine Abschottungen mehr, keine Ausbeutung der Armut mehr, sondern Freiheit in Würde! Das ist die Straße, die das Herz so vieler junger Leute auf Kuba schneller schlagen lässt”, sagte der Papst.

Am Dienstag haben sich US-Präsident Barack Obama und sein kubanischer Kollege Raúl Castro sich am Rande der UN-Vollversammlung zu einem kurzen Gespräch getroffen. Bei dem ersten Treffen zwischen Präsidenten aus den USA und Kuba auf US-amerikanischem Boden seit mehr als 60 Jahren schüttelten sich die beiden in New York die Hände und lächelten für die Fotografen. Zuvor hatte Castro in einer Rede vor den UN die völlige Aufhebung des bereits gelockerten Handelsembargos gegen sein Land gefordert. Obama hatte dem in seiner Rede zugestimmt und das als unumgänglich bezeichnet. „Ich bin zuversichtlich, dass unser Kongress ein Embargo zwangsläufig aufheben wird, das nicht länger bestehen sollte“, sagte Obama.

Die durch Vertreter aus 193 Mitgliedstaaten sowie Palästina, des Vatikan und der EU bestehende Vollversammlung reagierte mit Applaus. Differenzen würden nach der Normalisierung der Beziehung zwischen Kuba und Havanna weiterhin bestehen, etwa in Menschenrechtsfragen, sagte Obama.

Am Samstag hatte Kubas Präsident Raúl Castro bereits die Aufhebung des Handelsembargos gegen den sozialistischen Karibikstaat gefordert. „Die wirtschaftliche, finanzielle und Handelsblockade gegen Kuba besteht bereits seit einem halben Jahrhundert“, sagte Castro bei seiner ersten UN-Rede während seines ersten USA-Besuchs seit mehr als 50 Jahren. Für Kubas Präsidenten Raúl Castro klatschten die Delegierten in New York länger als für jeden sonst. Mehr als zwei Minuten spendeten die Delegierten dem Kubaner Beifall.

In einem historischen Schritt hatten Obama und Castro im Dezember 2014 angekündigt, ihre Länder wollten wieder volle diplomatische Beziehungen aufnehmen. Obama hob zudem eine Reihe von Sanktionen gegen Kuba auf. Im April war es dann beim Amerika-Gipfel in Panama zur ersten Begegnung der beiden Staatschefs gekommen. Seit Juli haben beide Staaten wieder Botschafter im anderen Land. Das Embargo war nach der Annäherung mit den USA bereits gelockert worden und wurde vor etwa einer Woche weiter aufgeweicht. (dmz/hl mit Material von dpa)




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