PGR-Bericht: Hunderte Tote in Massengräbern entdeckt seit 2007

 

Immer wieder stoßen Ermittler in abgelegenen Gebieten auf Massengräber. Die Opfer können in den wenigsten Fällen identifiziert werden. (Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 25. März 2015 – Bedrückende Zahlen: In den letzten zwei Legislaturperioden haben mexikanische Ermittler mehr als 600 Leichen in illegalen Gräbern entdeckt. Die allermeisten von ihnen konnten bis heute nicht identifiziert werden. Besonders negativ fallen die Bundesstaaten Guerrero, Jalisco und Tamaulipas auf.

In den vergangenen Jahren haben mexikanische Ermittler über 600 Leichen in Massengräbern entdeckt. Seit Anfang 2007 seien 601 Tote in 174 Gräbern gefunden worden, berichtete die Zeitung „El Universal“ am Mittwoch unter Berufung auf einen Bericht der Generalstaatsanwaltschaft PGR (Procuraduría General de la República).

80 Prozent der Leichen konnten demnach nicht identifiziert werden. Von 342 der 601 Leichname konnten die Ermittler immerhin das Geschlecht identifizieren. Demnach waren 302 Männer und 40 Frauen unter den Opfern. Die restlichen 259 Leichen sind als „nicht einstufbar, in Bearbeitung und/oder unbestimmt“ markiert.

Insgesamt wurden die Ermittler in 16 der 31 Bundesstaaten und dem Hauptstadtbezirk fündig. Die meisten Massengräber wurden im Bundesstaat Guerrero entdeckt, wo im September vergangenen Jahres die 43 Studenten nahe der Stadt Iguala verschleppt und vermutlich getötet worden waren. Danach folgen die Bundesstaaten Jalisco und Tamaulipas. Die wenigsten illegalen Gräber wurden demnach in Nuevo Leon und Hidalgo gefunden.

Opfer des Massakers von Tamaulipas immer noch nicht alle identifiziert

Unter den untersuchten Gräbern ist auch das Massengrab, was Ermittler im April 2011 in San Fernando in Tamaulipas entdeckt hatten. Damals wurden in eine Hacienda 14 Gruben mit insgesamt 120 Leichen ausgehoben. Laut dem PGR-Bericht sind mittlerweile 66 der gefundenen Leichen identifiziert. Demnach handelt es sich bei 26 von ihnen um Migranten, 25 Guatemalteken und einen Salvadorianer. Laut Medienberichten sollen insgesamt 72 lateinamerikanische Migranten bei dem Massaker von Bandenmitgliedern der Los Zetas ermordet worden sein. Sie wollten offensichtlich über Mexiko in die USA auswandern und wurden von der Drogenbande entführt und getötet.

Die Daten der PGR stammen aus dem Zeitraum der vergangenen beiden Regierungsperioden – vom 1. Dezember 2006 bis zum 28. Februar 2015 – und wurden gemäß des Transparenzgesetzes (Ley de Transparencia) veröffentlicht. Die meisten der Gräber wurden erst nach dem Massaker in Tamaulipas entdeckt. Im Zeitraum zuvor – vom Februar 2007 bis März 2011 – führt die Statistik lediglich 16 Gräber auf.

Die mexikanischen Verbrechersyndikate verscharren ihre Opfer häufig in Massengräbern an geheimen Orten. Menschenrechtsorganisationen machen allerdings auch die staatlichen Sicherheitskräfte für das sogenannte Verschwindenlassen von Menschen verantwortlich (dmz/ds mit Material von dpa).