Polizei von Bande infiltriert

Acapulco, Mexiko-Stadt 9. Oktober 2014 – Nach dem Verschwinden von 43 Studenten in Iguala hat der Staatsanwalt des Bundesstaates Guerrero schwere Vorwürfe gegen die örtliche Polizei erhoben. Die Sicherheitskräfte der Stadt Iguala seien von der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ unterwandert, sagte Iñaky Blanco am Donnerstag. Der Sicherheitschef der Stadt habe den Einsatz gegen die Studenten angeordnet. Offenbar übergab die Polizei die Festgenommenen anschließend den „Guerreros Unidos“. Wegen des Vorfalls wurden bislang 26 Beamte und vier mutmaßliche Bandenmitglieder festgenommen.

Nach der Festnahme von weiteren Personan in Iguala sind an diesem Donnerstag vier weitere Massengräber mit teilweise verkohlten Leichen gefunden worden. Das teilte der Generalstaatsanwalt von Mexiko, Jesús Murillo Karam, mit. Sie lägen in der Nähe der Gräber, die bereits am vergangenen Sonntag gefunden worden waren.

Nach dem Bürgermeister und dessen Frau sowie dem Sicherheitschef von Iguala, die mit den „Guerreros Unidos“ zusammenarbeiten sollen und am Sonntag untergetaucht sind, wird nach noch gefahndet. Dem Bürgerneister werden unter anderem Mord, Körperverletzung und gewaltsame Verschleppung vorgeworfen, sagte Iñaky Blanco.

Nach blutigen Zusammenstößen zwischen Studenten und der örtlichen Polizei mit sechs Toten und zahlreichen Verletzten waren vor knapp zwei Wochen Dutzende junge Leute in Iguala verschwunden. Mittlerweile entdeckten Ermittler 28 zum Teil verbrannte Leichen. Zwei Mitglieder der „Guerreros Unidos“ räumten den Mord an 17 Studenten ein, auch Polizisten sollen in die Tat verwickelt sein. Ob es sich bei den Toten tatsächlich um die Verschleppten handelt, ist bislang unklar. (dmz/hl mit Material von dpa; Foto:www.almomento.mx)