Polizisten wegen Studenten-Massakers in Guerrero festgenommen

 

Chefermittler Tomás Zerón während der Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungn im Fall Iguala (Foto: PGR)

Mexiko-Stadt, 5. Januar 2015 – Neue Festnahmen im Fall der verschleppten Studenten: Zehn Beamte der örtlichen Polizei sollen in organisiertes Verbrechen und Entführung verwickelt sein. Derweil wurde die Frau von Igualas Ex-Bürgermeister in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt.

Wegen des mutmaßlichen Massakers an Dutzenden Studenten im Bundesstaat Guerrero hat die Staatsanwaltschaft zehn Polizisten festgenommen. Den Beamten der örtlichen Polizei von Iguala werden Verbindungen zum organisierten Verbrechen und Entführung vorgeworfen, wie Chefermittler Tomás Zerón am Montag sagte.

Die 43 Studenten des linken Lehrerseminars Ayotzinapa waren Ende September in Iguala von Polizisten verschleppt und Zeugenaussagen zufolge der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ übergeben worden. Ende November hatten drei Bandenmitglieder die Ermordung gestanden. Im Verhör hätten sie eingeräumt, eine größere Gruppe Personen getötet und verbrannt zu haben, wie der leitende Staatsanwalt, Jesús Murillo Karam, damals bekanntgab. Bislang wurden jedoch erst die Überreste von einem der Opfer gefunden und identifiziert.

Wegen der Tat sitzen mittlerweile 43 Beamte in Haft. Drahtzieher des Verbrechens sollen Igualas Ex-Bürgermeister José Luis Abarca und seine Frau María de los Ángeles Pineda Villa sein. Die Bürgermeistergattin wurde am Sonntag in das Hochsicherheitsgefängnis von Tepic verlegt. Sie soll aus dem Rathaus heraus die Geschäfte der „Guerreros Unidos“ geführt haben und in Drogenhandel sowie Geldwäsche verwickelt sein.

(dmz/dpa/ds; Foto: PGR)