Prozess gegen Panamas Ex-Diktator Noriega abgesagt

 

Archivaufnahme des mittlerweile 81-Jährigen Manuel Noriega (Foto: La Estrella de Panamá)

Panama-Stadt, 22. Mai 2015 – Im Gefängnis sitzt der ehemalige Machthaber Panamas Manuel Noriega ohnehin schon. Nun sollte er sich erneut vor Gericht verantworten. Es geht um das Verschwinden eines Oppositionellen in den Siebzigern. Doch die Anwälte des 81-Jährigen haben den Prozessbeginn vorerst gekippt.

Der Prozess gegen Panamas früheren Machthaber Manuel Noriega ist vorerst abgesagt worden. Er habe Rechtsmittel eingelegt und sei damit erfolgreich gewesen, teilte sein Anwalt Ezra Ángel mit. Noriega hätte sich ab Donnerstag wegen des Verschwindens des Oppositionellen Helidoro Portugal vor Gericht verantworten sollen. Militäragenten hatten den damals 36-Jährigen im Mai 1970 entführt und umgebracht. Noriegas Verteidiger argumentieren, ihr Mandant dürfe nicht wegen Vorwürfen belangt werden, die über jene Straftaten hinausgehen, die für seine Auslieferung aus Frankreich relevant waren.

Anfang der Woche war Noriega in eine Klinik gebracht worden. Der 81-Jährige wurde im Hospital Santo Tomás in Panama-Stadt einer medizinischen Untersuchung unterzogen, berichtete die Zeitung „La Estrella“ am Montag.

Noriega sitzt seit vier Jahren im Gefängsnis „El Renacer“ am Panamakanal. Dort verbüßt er bereits eine 20-jährige Freiheitsstrafe wegen des sogenannten Massakers von Albrook. Der einstige Verbündete der USA war Ende der Achtziger Jahre wegen seiner Verbindungen zum kolumbianischen Medellín-Kartell in Ungnade gefallen und im Rahmen der Militärintervention „Just Cause“ gestürzt worden. Wegen Drogenhandels saß der ehemalige Diktator in den Vereinigten Staaten rund 20 Jahre in Haft. Später wurde er in Frankreich wegen Geldwäsche verurteilt und im Jahr 2011 nach Panama ausgeliefert. (dmz/ds mit Material von dpa)