Reaktion auf Trumps Mexiko-Schelte: Univision zeigt keine Miss-Wahlen mehr

 

Für seine markigen Worte bekannt: US-Milliardär und Präsidentschaftsbewerber Donald Trump (Foto: Al Momento)

Los Angeles, 25. Juni 2015 – „Sie bringen Drogen, Verbrechen, Vergewaltiger“: Mit seinem Statement über mexikanische Einwanderer hat Donald Trump, Präsidentschaftskandidat in spe, für heftigen Wirbel gesorgt. Der spanischsprachige TV-Sender Univision zieht nun Konsequenzen: Ab sofort werden die Wahl zur Miss USA und anderer Trump-Produktionen nicht mehr ausgestrahlt.

Nach den fremdenfeindlichen Äußerungen von US-Milliardär Donald Trump (69) beendet der spanischsprachige Fernsehsender Univision die Zusammenarbeit mit dessen Miss-Universe-Organisation. „Wir werden die Wahl zur Miss USA am 12. Juli nicht ausstrahlen und auch in anderen Projekten nicht mehr mit Trumps Organisation zusammenarbeiten“, teilte der Sender mit Sitz in Los Angeles am Donnerstag mit. Über Trumps politische Aktivitäten werde Univision aber weiterhin berichten.

Trump hatte in der vergangenen Woche seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner angekündigt. In seiner Rede sprach er abfällig über mexikanische Einwanderer in den USA. „Sie bringen Drogen, Verbrechen, Vergewaltiger“, sagte der Immobilienunternehmer. Seine Äußerungen lösten unter den Hispanics in den Vereinigten Staaten und in Lateinamerika Empörung aus. Auch südamerikanische Musiker und Moderatoren sagten ihre Teilnahme an der Miss-USA-Wahl ab.

Trump vermutet hinter dem Rückzug von Univision eine Intrige der mexikanischen Regierung. „Mexikos Regierung will nicht, dass ich über die schlimme Situation an der Grenze und die schrecklichen Handelsabkommen spreche. Sie zwingen Univision, mich zu stoppen. Das wird nicht klappen“, schrieb er auf Twitter.

Er liebe Mexiko, sei aber gegen die Handelsvereinbarungen mit dem südlichen Nachbarn. „Wirklich schlecht für US-Arbeitsplätze, nur gut für Mexiko“, hieß es in Trumps Mitteilung weiter. Die USA sind seit Mitte der 1990er Jahre über das Freihandelsabkommen Nafta mit Mexiko verbunden. (dmz/dpa/ds)