Schlappe für Boliviens Staatschef Morales bei Regionalwahlen

 

Boliviens Präsident Evo Morales (Foto: almomento.mx)

 

La Paz, 30. März 2015 – Bolivien hat neue Bürgermeister und Gouverneure gewählt – und der sozialistischen Regierung von Präsident Morales einen Dämpfer verpasst. Selbst in den Hochburgen El Alto und La Paz gehen die Posten an die Opposition. Auch in anderen wichtigen Städten verliert die Regierungspartei.

Boliviens linker Präsident Evo Morales hat bei den Gemeinde- und Regionalwahlen einen Dämpfer erhalten. In wichtigen Städten des südamerikanischen Andenstaates setzte sich die Opposition durch, wie aus Prognosen nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend hervorgeht.

So unterlag Morales‘ Partei MAS, Movimiento al Socialismo („Bewegung zum Sozialismus“), in ihrer bisherigen Hochburg El Alto. Neue Bürgermeisterin wird dort die Lehrerin Soledad Chapetón (34), die für die Mitte-Rechts-Partei Unidad Nacional (UN) angetreten war. In der Nachbarstadt La Paz, wo die Regierung ihren Sitz hat, konnte sich Amtsinhaber Luis Revilla von der Mitte-Links-Bewegung Sol.bo behaupten.

„Mich schmerzt es, mit so großem Abstand verloren zu haben“, bedauerte Morales am Montag auf einer Pressekonferenz im Regierungspalast die Niederlagen in El Alto und La Paz. Seine Partei hatte dort einen Rückstand von jeweils etwa 20 Prozentpunkte auf den Sieger. Die Kandidatenwahl seiner Partei sei nicht immer die geeignete gewesen. In einigen Fällen sei nicht auf Korruptionsvorwürfe geachtet worden, und dies sei von den Wählern bestraft worden. Morales unterstrich jedoch, dass bei hoher Wahlbeteiligung die MAS weiterhin die stärkste Partei im Land sei.

Opposition sichert sich ein Drittel der Gouverneursposten

Die Opposition sicherte sich laut den Prognosen auch drei von neun Gouverneursposten. In vier Departements setzte sich demnach die Bewegung zum Sozialismus (MAS) von Morales durch, in zwei weiteren kommt es zu einer Stichwahl. Offizielle Ergebnisse werden erst in einer Woche erwartet.

Rund sechs Millionen Wähler waren aufgerufen, die neun Gouverneure sowie 339 Bürgermeister und weitere örtliche Vertreter zu bestimmen. Morales war 2006 als erster Indio zum Präsidenten des südamerikanischen Binnenstaates gewählt worden. Zuletzt wurde er im Oktober 2014 mit rund 61 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Im Parlament hat seine Partei eine Zweidrittelmehrheit.

Seine Popularität hat er unter anderem dem kräftigen Wirtschaftswachstum in dem an Rohstoffen reichen Land zu verdanken. Die von ihm verstaatlichten Gas- und Erdölvorkommen spülen Devisen in die Staatskassen und helfen, die Armut deutlich zu senken. Durch die sinkenden internationalen Preise gab es jedoch im Januar einen Einbruch bei den Exporteinnahmen um 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. (dmz/dpa/ds)