Schmerz und Leiden lasst nach: Kabarett mit Remi Jackson und seinen Clowns im Cenart

 

Remi Jackson mit seinen „payasos rancheros de Clowntown“ (Foto: Conaculta)

Von Sandra Weber

Mexiko-Stadt, 19. September 2015 – Es darf mal wieder gelacht werden. Wo und bei wem? Bei „Remi Jackson y los payasos rancheros de Clowntown“ im Foro de las Artes del Centro Nacional in Mexiko-Stadt. Das Spektakel ist eine Huldigung an das mexikanische Revuetheater, das die Mexikaner von ihrem Schmerz und ihren Leiden befreien soll.

Mit einer Mischung aus Musik, Tanz, Clown, Humor, Sozialkritik und Politik möchte dieses am 11. September im Cenart uraufgeführte Kabarett nicht nur unterhalten und die Zuschauer zum Lachen bringen, es möchte das mexikanische Volk überdies von seinem Leid befreien. Denn geht es nach Remi Jackson, hat das mexikanische Volk eine Tendenz zum Leiden, zum Schmerz, zur Verzweiflung – ein Grund für Remi Jackson und seine Clowns, die Mexikaner durch ihre Show ihrer Heilung und einem Wunder näher zu bringen.

Musikalisch geprägt ist die Show von Mariachi, Rock-Ranchero und Blues und liefert ganz eigene Interpretationen mexikanischer wie auch einiger weniger internationaler Klassiker. Auf humoristische Weise regen Remi Jackson und seine Clowns zu Reflektionen über Gewalt und Gesellschaft an.

Was die „Payasos Negros“ mit dem mexikanischen Volk verbinde, sei ihre Spiritualität und ihre Liebe zum Mutterland, erklärt Remi Jackson seinem Publikum. So betritt er die Bühne mit Afro-Perücke und als Mariachi verkleidet und interpretiert den Mariachi-Klassiker „El herradero“, wobei der Ruf „Viva México!“ natürlich obligatorisch ist. Das musikalische Repertoire der Show setzt sich fort mit Interpretationen von „Se me olvidó otra vez“ von Juan Gabriel, „La Cucaracha“ und „Creep“, einem Song der britischen Band Radiohead. Den nachdenklichen Teil des Abends nimmt “La Llorona” ein, die die Misstände im Land beklagt und das berühmte gleichnamige Volkslied neu interpretiert.

Am Ende des Abends entläßt Remi Jackson sein Publikum mit den Worten “Sehr verehrte Damen und Herren, Sie wurden von all Ihren Schmerzen geheilt, und wenn Sie diesen Saal verlassen, haben Sie ab jetzt die Verpflichtung, jeden Ihrer Schritte, ihrer Handlungen und Worte mit der heiligen Farbe der Liebe zu versehen”.

Wer den Humor und die “albures mexicanos” (Wortspiele mit Doppeldeutung) versteht, kann sich das Spektakel noch bis 27. September ansehen, jeweils donnerstags und freitags um 20:00, samstags um 19:00 und sonntags um 18:00 Uhr. Eintritt: 150 Pesos.

Remi Jackson y los payasos rancheros de Clowntown, Foro de las Artes del Centro Nacional de las Artes, Río Churubusco 79, Mexiko-Stadt. (dmz/aw/hl)