Schwere Grippe: Venezolanischer Präsident Maduro sagt Papstbesuch ab

 

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro reist vorerst nicht nach Rom (Foto: Sistema Bolivariano de Comunicación e Información)

Caracas, 7. Juni 2015 – Ist es wirklich nur eine schwere Grippe, oder hat er Angst, sein Land zu verlassen? Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat seinen Besuch bei Papst Franziskus am Sonntag abgesagt. Er habe eine schwere Grippe und die Ärzte hätten ihm von der Reise nach Rom abgeraten, sagte der Präsident am Samstag im Fernsehen. Er werde um einen neuen Termin beim Papst bitten.

Neben dem Treffen mit dem katholischen Kirchenoberhaupt waren in Rom ein Besuch bei der Welternährungsorganisation FAO und Gespräche mit Vertretern sozialer Gruppen geplant. Diese Termine werde nun Vizepräsident Jorge Arreaza wahrnehmen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur AVN. Der Papst sollte am Sonntag Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner treffen.

Die Opposition zeigte sich enttäuscht über Maduros Absage. Bei der Suche nach einem Ausweg aus der festgefahrenen politischen Lage im Land hatte sie auf die Vermittlung von Papst Franziskus gesetzt. Die Familien mehrerer inhaftierter Oppositionspolitiker hofften auf Fortschritte zur Freilassung ihrer Angehörigen.

„Ob es Angst davor war, was ihn dort erwartet, oder davor, was er hier zurücklässt: Die Absage ist bezeichnend für ein prekäres Regime“, schrieb der Exekutivsekretär des Oppositionsbündnisses MUD, Jesús Torrealba, auf Twitter. Am Sonntag wurde der frühere spanische Ministerpräsident Felipe González in Venezuela erwartet. Er will den inhaftierten Oppositionellen Rechtsbeistand leisten. Unklar war, ob die Behörden ihn einreisen lassen. (dmz/dpa/hl)