Sieben Tote und 15 Verletzte bei Einsatz gegen Organisierte Kriminalität in Jalisco

 

Mitglieder des Kartelles Jalisco Nueva Generación blockierten vor allem in Jalisco Straßen und Autobahnen mit brennenden Fahrzeugen (Foto: Twitter/Staatsanwaltschaft Jalisco)

Guadalajara/Mexiko-Stadt, 1. Mai 2015 – Das war kein Action-Film, der an diesem 1. Mai in Jalisco gedreht wurde, sondern blutige Realität: Ein abgeschossener Hubschrauber, sieben Tote, mindestens 15 Verletzte, brennende Busse und Autos, blockierte Straßen in Jalisco, Colima und Guaanajuato.

Die Lawine der Gewalt löste sich am Freitagmittag, als ein Cougar-Hubschrauber des mexikanischen Militärs bei einem Erkundungsflug über der Metropolregion von Guadalajara von mutmaßlichen Mitgliedern des Kartells Jalisco Nueva Generación beschossen wurde.  An Bord der Maschine, die eine Notlandung einleiten konnte, waren 18 Passagiere, nach offiziellen Angaben fünf Besatzungsmitglieder, elf Militärangehörige sowie zwei Agenten der Bundespolizei. Unter den sieben Toten seien drei Militärs, zwei Zivilisten und zwei mutmaßliche Kriminelle, bestätigte der Gouverneur des Bundesstaats Jalisco, Aristóteles Sandoval.

Die Besatzung des Hubschraubers hatte dem Vernehmen nach auf der Straße von Casimiro Castillo nach Villa Purificación eine Gruppe von Fahrzeugen mit bewaffneten Männern entdeckt, die sofort geschossen und den Hubschrauber getroffen hätten.

Wie gut die Kommunikation zwischen den Bandenmitgliedern ist, zeigt die Reaktion auf den Hubschraubereinsatz und das Feuergefecht: Im Nu wurden 29 Straßen blockiert, von denen mehrere Kreise betroffen waren, drei davon in Guadalajara und der gesamten Metrpopolregion, 14 im Bundesstaat und drei weitere im angrenzenden Colima. Die Delinquenten zündeten Busse und Autos an, stahlen einige Fahrzeuge und raubten ihre Insassen aus, hieß es weiter.

In Colima sei besonders der Kreis Cuauhtémoc betroffen. Auf der Autobahn Colima-Tecomán zwischen Tecomán und Manzanillo sowie auf den Straßen nach Galeras und Cerro de Ortega wurden mehrere Fahrzeuge angezündet, ebenso in León, Guanajuato.  Wie die Nachrichtenagentur almomento meldete, wurden insgesamt rund 40 Lastwagen, Busse und Pkw in Brand gesetzt. Die Staatsanwaltschaft von Jalisco meldete am frühen Abend insgesamt 45 Straßenblockaden.

Das amerikanische Außenministerium warnte davor, Reisen in die Gegend zu unternehmen und riet amerikanischen Bürgern, die in den betroffenen Gebieten wohnen, sich bei ihren Konsulaten bzw. bei der Botschaft zu melden. Der Gouverneur von Jalisco rief die Bevölkerung auf, die Ruhe zu bewahren und zuhause zu bleiben.

Wegen des langen Wochenendes dank der Feiertage am 1. und 5. Mai sind besonders viele Menschen unterwegs. In Jalisco sind die Sicherheitskräfte in erhöhter Alarmbereitschaft, nachdem am 6. April im Städtchen San Sebastián del Oeste  15 Polizisten ermordet wurden. 

Präsident Enrique Peña Nieto verurteilte die neue Gewaltwelle, die er als „Reaktion der Organisierten Kriminalität“ auf die erfolgreichen Aktionen von Militär und Bundespolizei gegen die Kartelle bezeichnete. Für den Abend kündigte er eine Stellungnahme des Innenministeriums an.  (dmz/hl)