Smartphones boomen auch in Lateinamerika

 

Smartphones und Tablets boomen – auch in Mexiko. Bloß an der Netzabdeckung hapert es vielerorts noch. (Foto: Daniel Schlicht)

Nürnberg, 20. Februar 2015 – Handys? Sind so gestern. Heute ist das Telefonieren nur eine nette Nebenfunktion der smarten Geräte, ohne die kaum noch jemand das Haus verlässt. Die Hersteller freut es: Das letzte Quartal war so umsatzstark wie nie. Am schnellsten wächst der Smarktphone-Markt in Lateinamerika.

Smartphones haben im vergangenen Jahr erstmals die Milliarden-Grenze geknackt. Weltweit sind 2014 mehr als 1,2 Milliarden Stück verkauft worden, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung GfK am Freitag mit. Ein Jahr zuvor waren es noch 998 Millionen. Den Herstellern haben die Computer-Handys demnach im vierten Quartal einen Umsatzrekord von 115 Milliarden Dollar beschert. Das seien 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Von Oktober bis Dezember wurden weltweit fast 346 Millionen Geräte verkauft – ein Plus von 19 Prozent.

Das größte Wachstum verzeichnete Lateinamerika. Hier wurden 36 Millionen Geräte im vierten Quartal 2014 verkauft. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist das ein Anstieg von 43 Prozent. Auch beim Umsatz konnte diese Region gegenüber dem vierten Quartal 2013 zulegen. Er stieg um 37 Prozent auf circa 10 Milliarden Dollar.

China bleibe dagegen der Markt mit dem größten Umsatz und den meisten verkauften Smartphones. Allerdings verlangsamte sich das Wachstum in dieser Region in der zweiten Jahreshälfte 2014 deutlich. Für Westeuropa errechneten die Marktforscher von IDC für 2014 zuletzt einen Absatzzuwachs um 6,4 Prozent auf 145,8 Millionen verkaufte Smartphones.

Größere Smartphones mit 5- bis 5,6-Zoll-Display sind der Markt der Zukunft

Gerade die teureren Mobiltelefone mit 5 bis 5,6 Zoll-Displays waren Verkaufsschlager. Dieses Segment wuchs 2014 gegenüber dem Vorjahr um fast 150 Prozent. „Wir glauben, dass dieses Segment in diesem Jahr tonangebend sein wird und Smartphones mit dieser Displaygröße erstmals häufiger verkauft werden als Geräte mit einem 4 bis 4,5 Zoll Display“, hieß es.

Für dieses Jahr erwarten die Konsumforscher, dass die verkauften Stückzahlen in allen Märkten weiter steigen, allerdings deutlich langsamer als 2014. In den Industrieländern setze ein Sättigungseffekt ein. Die GfK rechnet damit, dass 14 Prozent mehr Smartphones verkauft werden als im vergangenen Jahr (2014: +23 Prozent). (dmz/ds mit Material von dpa)