Deutsche in Mexiko feiern ihre Nationalelf

Von Herdis Lüke

Ob in Mexiko-Stadt, Playa del Carmen, Cancún, Puebla, Yautepec, Tepoztlán – wo auch immer in Mexiko Deutsche leben, fieberten sie mit ihren Landsleuten dem ersehnten Sieg Deutschlands gegen Argentinien entgegen. Als Mario Götze kurz vor dem Ende der Verlängerung Deutschland zum Sieg schoss, entlud sich die Anspannung in nicht endenden Jubelgesängen.

Mexiko-Stadt, 13. Juli – „Deutschland wird Weltmeister!“ – darin waren sich schon vor dem Anpfiff in Río de Janeiro alle einig. Natürlich auch die Deutschen, die mit ihren Familien und Freunden am Sonntagnachmittag zum Public Viewing und Feiern in die Deutsche Botschaft gekommen waren. Die meisten patriotisch mit gelber, roter oder schwarzer Kappe und Fifa-Fußballhemd gekleidet, füllten sie den Hof der Botschaft, bis kaum noch ein Durchkommen war. Schnell waren die wenigen Sitzplätze vergeben. Unter den Gästen waren unter anderen der kürzlich in den Ruhestand verabschiedete deutsche Botschafter Dr. Edmund Duckwitz und seine Frau Joke, der russische Botschafter Eduard Malayán sowie Australiens Botschafter Tim George und seine Frau. Bei jeder verspielten Torchance litten sie genauso wie alle anderen Gäste, die im Chor „Deutschland, mach ein Tor!“ sangen und in klagendes „Ooohhhhh“ fielen, wenn der Ball zum -x-ten Mal wieder daneben oder darüber gegangen war.

„Dass es hart werden würde, war ja klar. Aber dass das sooo nervenaufreibend werden würde, mein Gott!!“, meinte Joke Duckwitz mit Hochachtung vor der starken argentinischen Verteidigung. In der zweiten Halbzeit ging das Bier aus, weil mehrere Fässer „verbrannt“ waren – der Tequila war dann für viele in diesem Thriller-Spiel auch bitter nötig, um die angespannten Nerven zu beruhigen. Bei so manchem wurde der Glaube an den Sieg mit jeder Minute schwächer… Die Erlösung kam in der 113. Minute durch Mario Götze.

„Das war ein sehr spannendes Spiel! Beide Mannschaften haben ausgezeichnet gespielt, aber Deutschland war überlegen“, kommentierte Dr. Edmund Duckwitz das „herzinfarktnahe“ Finale in Brasilien. Nun muss er sein Fifa-Hemd verkaufen, denn mit nur drei Sternen (für drei gewonnene Weltmeisterschaften) ist es nun nicht mehr aktuell. Auch der neue Geschäftsträger der Deutschen Botschaft, Werner Schaich, lobte die Argentinier als „starke und schwere Gegner mit einigen gefährlichen Torchancen. Am Ende war aber der Siegeswillen der Deutschen ausgeprägter und entscheidend.“

Die mexikanische Presse zeigte sich beeindruckt von der Emotionalität der Deutschen. Ob Fox Sport Mexiko, Televisión Azteca, die Zeitungen „Reforma“ oder „El Universal“, die meisten glaubten an ein noch spannenderes Elfmeterschießen. Götze sei Dank konnten sie dann endlich in ihre Redaktionen und Schneideräume abdüsen.

Auf Facebook posteten die deutschen Landsleute aus allen Ecken Mexikos ihre Bilder von ihren fröhlichen Feiern – applaudiert von ihren mexikanischen Freunden. Glücklich waren auch die geschäftstüchtigen mexikanischen Verkäufer. Sie standen rechtzeitig vor der deutschen Botschaft und beim German Centre mit Trophäen-Attrappen und Deutschlandfahnen in klein und groß – und die brachten sie erfolgreich an den Mann und die Frau. (dmz/hl)

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