Hubertus von Hohenlohes Abschied von Olympia

 

Die Olympischen Winterspiele des einzigen mexikanischen Teilnehmers endeten mit einem Sturz nach nur 55 Sekunden – Ende seiner Ski-Karriere

Mexiko-Stadt/ Sotschi, 24.Februar Die Zahl 55 hat ihm letztendlich kein Glück gebracht: Hubertus von Hohenlohe trug am Samstag beim Slalom die Startnummer 55 und war mit 55 Jahren nicht nur der zweitälteste Teilnehmer aller Zeiten bei  Olympischen Winterspielen , sondern seine Abfahrt endete auch nach exakt 55 Sekunden mit einem Sturz. Das Ende seiner sportlichen Karriere hatte sich der Spross einer deutschen Adelsfamilie wahrlich anders vorgestellt: Sein Minimalziel sei es, im Ziel anzukommen, hatte von Hohenlohe vor dem Rennen verkündet. 

Dass es ihm das nicht gelungen sei, sei allein der Piste geschuldet. Nach dem Rennen sagte er, dass er noch nie in einem Slalom gestürzt sei: Die Piste war sehr schlecht für uns. Die Abfahrt war kein Vergnügen. Es war mehr ein Ãœberleben, der Gedanke, nicht von der Piste abzukommen. Aber auf der Piste selbst war es nur ein Kampf und am Ende habe ich die Arschkarte gewonnen.

Das sind wohl keine Ausflüchte seitens des einzigen mexikanischen Olympia-Teilnehmers. Schliesslich haben 40 von 117 Teilnehmern das Rennen nicht beendet. Von Hohenlohe landete auf Rang 113. Ein enttäuschendes Ergebnis für den sechsmaligen Olympiateilnehmer: Für die ersten Läufer war die Piste noch gut präpariert. Doch mit so einer hohen Startnummer hatte ich keine Chance mehr, sagte er dem mexikanischen Medien vor Ort.

Immerhin hat von Hohenlohe noch zwei Argentinier, einen Chilenen, einen Peruaner und einen Brasilianer geschlagen. Gewonnen hat das Rennen der Österreicher Mario Matt. Er hat mit seinem Sieg auch einen olympischen Rekord aufgestellt: Matt ist mit 34 Jahren der bislang älteste Goldmedaillengewinner bei Olympischen Winterspielen.

Für Hubertus von Hohenlohe stand jedoch ein Medaillengewinn in Sotschi nicht im Mittelpunkt. Aufgrund seines Alters sei das kein Thema, so von Hohenlohe, der 1981 den mexikanischen Skiverband gegründet hat. Er sehe sich als Botschafter des Wintersports in Mexiko und hoffe, einige junge Mexikaner fürs Skilaufen zu begeistern, hatte von Hohenlohe, der neben der mexikanischen auch die liechtensteinische Staatsbürgerschaft besitzt, im Vorfeld verkündet. Sechsmal hat er Mexiko bei Olympischen Winterspielen vertreten – nun ist Schluss, sagte er der mexikanischen Presse in Sotschi.

Für Furore sorgte sein Ski-Anzug im Design eines mexikanischen Mariachi: „Jeder war begeistert von meinem Anzug, viele sind an mich herangetreten und haben mich gefragt, ob ich ihnen meinen Ski-Anzug verkaufe“, sagte Mexikos Ski-Prinz der Tageszeitung „El Universal“. Konkret nannte Hubertus von Hohenlohe die Kanadier und Bode Miller. 

Langweilig dürfte es dem 55jährigen wohl auch ohne weitere olympische Ambitionen kaum werden: Der Unternehmer und erfolgreiche Fotograf hat unter anderem einen Fotoband veröffentlicht und mehrere Fotoausstellungen gehabt, er hat als Fernsehmoderator, Designer und Musikproduzent (unter anderem für das Schweizer Elektropop-Duo Yello) gearbeitet. Und er hat es als Sänger 2004 auf Platz 28 der österreichischen Single-Charts geschafft.  Nun will er sich weiter der Fotografie widmen, sagte Hubertus von Hohenlohe, der vorwiegend in Spanien lebt. (dmz/mik/hl)

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