Star-Ermittler Garzón: „Der Fall Ayotzinapa ist eine Schande für die Menschheit“

 

Der spanische Jurist Baltasar Garzón während seiner Rede in Mexiko-Stadt (Foto: Al Momento)

Mexiko-Stadt, 24. Juni 2015 – Der spanische Jurist Baltasar Garzón ist zu Besuch in der mexikanischen Hauptstadt – und findet deutliche Worte zum Umgang der Regierung mit dem Studentenmassaker. „Es ist eine Schande für die Menschheit, dass der Staat darauf nicht überzeugend geantwortet hat“, so Garzón. Sein Appell: „Wir dürfen nicht zulassen, dass das Verschwindenlassen von Menschen sich ausbreitet.“

Der spanische Star-Ermittler Baltasar Garzón hat den Umgang der mexikanischen Behörden mit dem mutmaßlichen Massaker an 43 Studenten kritisiert. „Es ist eine Schande für die Menschheit, dass der Staat darauf nicht überzeugend geantwortet hat“, sagte der Untersuchungsrichter am Mittwoch auf der Konferenz “Prospectiva del Mundo. México 2015” in Mexiko-Stadt.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass das Verschwindenlassen von Menschen sich ausbreitet.“ Garzón hatte 1998 den chilenischen Ex-Diktator Augusto Pinochet in London festnehmen lassen und gilt als einer der prominentesten Juristen der Welt.

Polizisten hatten im vergangenen Jahr im Bundesstaat Guerrero 43 Studenten verschleppt und sie der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ übergeben. Mehrere Bandenmitglieder räumten ein, die jungen Leute getötet und ihre Leichen verbrannt zu haben. Das Verbrechen rückte die engen Verbindungen zwischen Politikern, Sicherheitskräften und Kriminellen in Mexiko in den Fokus und sorgte für weltweite Proteste. Die Angehörigen der Opfer bezweifeln die offizielle Version des Tathergangs. (dmz/ds mit Material von dpa)




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