Steinmeier reist bis Samstag nach Kuba – “Außergewöhnliche Reise”

Frank-Walter Steinmeier ist der erste Außenminister der Bundesrepublik, der nach Kuba reist (Foto: photothek/Thomas Köhler)

Berlin, 15. Juli 2015 – Als erster Außenminister der Bundesrepublik reist Frank-Walter Steinmeier am Mittwochabend nach Kuba. Der Besuch des SPD-Politikers zum Ausbau der bilateralen Beziehungen nach der politischen Öffnung Havannas war wegen der verlängerten Wiener Atom-Verhandlungen mit dem Iran vorige Woche verschoben worden.

Die Reise solle bis Samstag dauern, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes (AA) in Berlin mit. Auf dem Programm des zweitägigen Besuchs in der Hauptstadt Havanna stehen Gespräche mit Außenminister Bruno Rodriguez und weiteren kubanischen Ministern, dem Erzbischof von Havanna, Jaime Kardinal Ortega, mit Künstlern und Sportlern.

Treffen mit Staatschef Raúl Castro oder dessen Bruder Fidel Castro sind bisher nicht geplant. Der 88-Jährige ehemalige Staats- und Parteichef zeigt sich nur noch selten in der Öffentlichkeit.

“Ich glaube, die Reise (…) ist jedenfalls eine außergewöhnliche”, sagte der AA-Sprecher. Der Grund sei die “vorsichtige Öffnung Kubas”. Ein Treffen Steinmeiers mit Präsident Raul Castro oder seinem Vorgänger und Bruder Fidel Castro sei nicht geplant.

Steinmeier will sich auf der sozialistischen Karibikinsel für eine weitere Annäherung Kubas an die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union einsetzen. Seit 2014 laufen neue Verhandlungen zwischen Havanna und Brüssel über einen politischen Dialog. Die USA und Kuba wollen noch in diesem Monat offiziell wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen. Nach der Revolution auf Kuba 1959 hatte Washington die Kontakte gekappt. (dmz/dpa/hl)