Lateinamerikanische Experten unterstützen Ermittlungen im Fall Iguala

 

Menschenrechtler hoffen auf neue Erkenntnisse im Fall der mutmaßlich ermordeten Studenten. (Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 23. Dezember 2014 – Noch immer fehlt jede Spur der verschleppten und mutmaßlich ermordeten Studenten aus Guerrero. Nun soll ein externes Ermittlerteam aus Lateinamerika bei den Untersuchungen in Mexiko helfen und bisher unberücksichtigte Zeugenaussagen auswerten.

Die Ermittler im Fall der mutmaßlich ermordeten Studenten in Mexiko bekommen Unterstützung aus anderen lateinamerikanischen Ländern. Zehn Menschenrechtsexperten für erzwungene Verschwinden aus Argentinien, Peru, Chile und Guatemala werden die Untersuchungen ab sofort unterstützen, berichtete die Zeitung El Universal unter Berufung auf den Anwalt der Opferfamilien.

Vidulfo Rosales Sierra, Anwalt der Eltern der vermissten Studenten, sagte, aus unterschiedlichen Gründen seien noch nicht alle Zeugenaussagen bei den Ermittlungen berücksichtigt worden. Er gehe davon aus, dass die neuen Aussagen entscheidende Hinweise darauf geben könnten, was in der Nacht vom 26. auf den 27. September genau mit den vermutlich verschleppten und ermordeten Studenten passiert ist.

Rosales übte scharfe Kritik am Vorgehen der Procuraduría General de la República (PGR), der Generalstaatsanwaltschaft in Mexiko, welche die Ermittlungen leitet. Zuvor hatten auch Forscher der Freien Nationalen Autonomen Universität Mexiko und der Inter-Amerikanischen Kommission für Menschenrechte (IACHR) die mangelhaften Untersuchungen kritisiert.

Das neu eingesetzte Expertenteam leiten Ariel Dulitzky (Argentinien), Claudia Paz (Guatemala), Roberto Garreton (Chile) sowie Gino Costa (Peru). Sie haben langjährige Erfahrung in ihren Ländern im Umgang mit erzwungenen Verwinden und Menschenrechtsverletzungen.

Ende November hatten drei mutmaßliche Mitglieder der kriminellen Organisation Guerreros Unidos die Ermordung von 43 Studenten im Südwesten Mexikos gestanden. Im Verhör hätten sie eingeräumt, eine größere Gruppe Personen getötet und verbrannt zu haben, wie der leitende Staatsanwalt, Jesús Murillo Karam damals bekanntgab. Bislang wurde jedoch erst ein Leichnam tatsächlich gefunden und identifiziert. (dmz/dpa/ds)