ThyssenKrupp eröffnet neues Werk für Lenkungskomponenten in Puebla

 

Der Firmensitz des Unternehmens in Essen (Foto: ThyssenKrupp)

Puebla, 24. April 2015 – Der deutsche Konzern ThyssenKrupp hat in Mexiko sein viertes Werk für Autokomponenten in Betrieb genommen. CEO Karsten Kroos spricht von „gut gefüllten Auftragsbüchern“ und kündigt weitere Pläne für die Produktionsstandorte in Mexiko und Nordamerika an. Bis 2020 will der Konzern über 800 Millionen Euro investieren.

Der deutsche Industrie- und Technologiekonzern ThyssenKrupp expandiert weiter in der Wachstumsregion Nordamerika. In Puebla eröffnete der Essener Konzern ein neues Werk für Lenkungskomponenten für den nordamerikanischen Automobilmarkt. Mit dem neuen Lenkungswerk produziert ThyssenKrupp nun an vier Standorten in Mexiko Komponenten für die Automobilindustrie. Dort werden neben Motor- und Lenkungskomponenten auch Federn und Stabilisatoren produziert sowie Achsmodule montiert. Im gesamten NAFTA-Raum ist die Komponentengruppe an elf Standorten vertreten und erzielte im Geschäftsjahr 2013/14 rund 1,6 Milliarden Euro Umsatz.

„Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt, so dass wir unsere Produktionskapazitäten in Mexiko und den USA stetig erweitern“, sagte Karsten Kroos, CEO der Business Area Components Technology bei ThyssenKrupp. „Zudem haben wir jüngst einige wichtige neue Kundenaufträge gewinnen können. Dafür werden wir vor allem auch in Mexiko den Aus- und Aufbau neuer Werke für Fahrwerks- und Motorenkomponenten vorantreiben“, so Kroos.

Erst im Februar 2015 hat ThyssenKrupp einen neuen Montagestandort für Vorderachsen in Puebla in Betrieb genommen. Im 70 Kilometer entfernten San Jose Chiapa errichtet der Konzern derzeit ein weiteres Achsmontagewerk, das den Kunden Audi ab 2016 beliefert. Im kommenden Jahr ist zudem der Bau eines neuen Motorkomponenten-Werks in der Bajio-Region geplant. Dort sollen zukünftig Zylinderkopfhauben hergestellt werden.

US-Automarkt boomt: ThyssenKrupp will 800 Millionen Euro bis 2020 investieren

Auch die Autoindustrie investiert weiterhin kräftig in ihre mexikanischen Standorte. Erst in der vergangenen Woche hatten Toyota und Ford Milliardeninvestitionen angekündigt. VW will ebenfalls etwa eine Milliarde Dollar in Mexiko investieren und die Produktion des Tiguans in seinem Werk in Puebla ausweiten, wie der deutsche Autobauer im März bekanntgab. Der Opel-Mutterkonzern GM investiert fünf Milliarden Dollar in Mexiko. Mexiko ist aufgrund des niedrigen Lohnniveaus und zahlreicher Freihandelsabkommen – und damit geringer Zölle – zum beliebten Produktionsland für internationale Autokonzerne geworden. Dank der Nähe zum US-Markt lassen sich die Fahrzeuge zudem schnell und kostengünstig in die Vereinigten Staaten exportieren.

Experten rechnen damit, dass die Pkw-Produktion in Nordamerika insgesamt bis 2020 um bis zu 12 Prozent steigen wird. Schon heute ist Nordamerika mit 17 Millionen produzierten Fahrzeugen im vergangenen Jahr der zweitgrößte Automobilmarkt der Welt. Um an diesem Wachstum teilzuhaben, plant ThyssenKrupp bis 2020 allein in das nordamerikanische Komponentengeschäft Investitionen von über 500 Millionen Euro. Insgesamt wird ThyssenKrupp bis 2020 mehr als 800 Millionen Euro in die Wachstumsregion Nordamerika investieren.

„Für ThyssenKrupp ist Nordamerika mit rund 22 Prozent des Gesamtumsatzes bereits heute der wichtigste Absatzmarkt außerhalb Deutschlands“, sagte Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp. „Wir profitieren von der guten wirtschaftlichen Entwicklung und der Renaissance des industriellen Sektors in den USA. Das gilt insbesondere für unser Komponentengeschäft, weshalb wir diese Investitionsoffensive gestartet haben. Damit nutzen wir die Chance, hier weiter profitabel zu wachsen.“

Insgesamt erwirtschafteten mehr als 20.000 Mitarbeiter im vergangenen Geschäftsjahr für ThyssenKrupp in Nordamerika rund neun Milliarden Euro Umsatz. Das entspricht einem Wachstum von rund 8 Prozent zum Vergleichszeitraum. (dmz/ds)