Tochter von Guatemalas Ex-Diktator darf nicht an Wahl teilnehmen

 

Zury Ríos Sosa darf nicht für das höchste Staatsamt kandidieren (Foto: zuryrios.com)

Guatemala-Stadt, 10. Juli 2015 – Sie wollte Staatschefin von Guatemala werden. Daraus wird nun nichts: Die Tochter des Ex-Machthabers Efraín Ríos Montt darf bei der anstehenden Präsidentenwahl im September nicht antreten. Das Wahlgericht des Landes lehnte die Kandidatur der ehemaligen Parlamentarierin am Freitag ab. Angehörige von Militärs, die sich an Staatsstreichen beteiligten, dürfen nicht für das höchste Staatsamt kandidieren. Zury Ríos Sosa wollte für die konservative Partei Viva antreten.

Nach einem Putsch war ihr Vater von März 1982 bis August 1983 de facto Staatschef von Guatemala. Der Ex-General war im Mai 2013 wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 80 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll während seiner Herrschaft für Mord, Folter und die Zwangsumsiedlung Tausender Indios verantwortlich gewesen sein. Aufgrund von Verfahrensfehlern wurde der Schuldspruch wenige Tage später allerdings wieder aufgehoben.

Der Prozess gegen Ríos Montt soll eigentlich am 23. Juli neu aufgerollt werden. Ein Gericht muss vorher noch über die Prozessfähigkeit des Ex-Machthabers entscheiden, nachdem das staatliche Forensik-Institut den 89-Jährigen am Dienstag für dement und prozessunfähig erklärt hatte. (dmz/hl mit Material von dpa)