Drogen lassen Wälder schrumpfen

 Von Denis Düttmann, dpa

Patroullien, Klagen für mehr Landrechte und eine Universität: Die Ureinwohner Mittelamerikas versuchen mit vielerlei Mitteln, ihr Land zu schützen. Drogenbarone nutzen es für Landepisten und Landwirtschaft, sagen Experten. In der Folge schrumpfe der Wald.

San José, 18. März 2014 – Der Drogenhandel trägt Experten zufolge zum Schrumpfen der Regenwälder Mittelamerikas bei. Die Verbrechersyndikate besetzten Ländereien, um illegale Landepisten anzulegen, sagte die Geografin Kendra McSweeney von der Ohio State University in Columbus (USA) bei einer Konferenz in Costa Ricas Hauptstadt San José. Häufig rodeten sie zudem gestohlene Flächen, um dort Landwirtschaft zu betreiben. Viehzucht und der Anbau von Ölpalmen dienten der Geldwäsche.

Seit die USA und die Anrainerstaaten die Seewege in der Karibik und im Pazifik streng überwachten, werde ein Großteil des Kokains aus Kolumbien, Peru und Bolivien über Mittelamerika und Mexiko in die Vereinigten Staaten geschmuggelt, hieß es am Montag.

Es gebe allerdings Beispiele indigener Völker, die sich erfolgreich gegen die Banden wehrten, sagte Andrew Davis von der salvadorianischen Umweltschutzorganisation Prisma. Entscheidend sei, dass die Indios verbriefte Rechte auf ihre Ländereien erhalten und sich organisieren.

„Unsere Gemeindepolizei kontrolliert jetzt ständig unser Gebiet und informiert die Behörden über verdächtige Bewegungen“, sagte der panamaische Indio-Führer Cándido Mezúa vom Volk der Emberá in der Region Darién im Süden von Panama. Immer wieder versuchten kolumbianische Drogenhändler, sich im Siedlungsgebiet der Emberá Ländereien anzueignen.

Im mexikanischen Bundesstaat Michoacán vertrieben die Purépecha mit Hilfe der örtlichen Behörden illegale Holzfäller aus ihrem 20 000 Hektar großen Siedlungsgebiet, wie Prisma in einem aktuellen Bericht beschreibt. Im Bundesstaat Guerrero schlossen sich demnach verschiedene indigene Gemeinschaften zu einem Dachverband zusammen und erstritten gemeinsam mehr Rechte an ihren Ländereien.

Nötig seien allerdings auch langfristige wirtschaftliche Alternativen für die Ureinwohner. „Die Banden bieten unseren jungen Leuten viel Geld, damit sie für sie arbeiten“, sagte Mezúa. „Manche können der Versuchung nicht widerstehen.“ In Darién will der Indio-Führer eine Universität für Forstwirtschaft gründen. Vertreter der Emberá hätten sich bereits in Finnland über den Studiengang informiert. „Wir haben reichhaltige Ressourcen – wir müssen sie nur nachhaltig nutzen.“ (dpa/dmz/hl)

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