,,Ingrid“ und ,,Manuel“

 Mexiko-Stadt, 17. September 2013 – mindestens 34 Tote und 1,2 Millionen Betroffene – das ist die aktuelle Bilanz der Schneise der Verwüstung, welche Hurrikan ,,Ingrid“ und Tropensturm ,,Manuel“ hinterlassen haben. Die beiden Stürme schwächen sich laut mexikanischem Wetterdienst ab, sollen aber in der Mitte des Landes, im Osten wie Nordosten weiterhin für sintflutartige Regenfälle sorgen.

Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 95 Kilometern pro Stunde fegte Hurrikan ,,Ingrid“ in den vergangenen Tagen über Mexiko hinweg.Es war das erste Mal in der jüngeren Geschichte des Landes, dass zwei Wetterphänomene eines solchen Ausma߸es gleichzeitig im Golf von Mexiko und im Pazifischen Ozean eintraten, gab der nationale Koordinator des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, bekannt.

Guerrero wurde von den Bundesbehörden zum Notstandsgebiet erklärt. Dort wütete Tropensturm ,,Manuel“ und tötete insgesamt 15 Personen. Über 238.000 Menschen sind hier von den Unwettern der vergangenen Tage betroffen. Acapulco wurde von der Kommunikation abgeschnitten, heftige Überschwemmungen beschädigten Glasfaserkabel. Die Autopista del Sol ist wegen mindestens zehn Erdrutschen ab Cuernavaca beidseitig gesperrt (voraussichtlich bis Mittwoch), und der Flughafen Acapulco stellte seinen Betrieb wegen Teil-Überflutung und Stromausfällen ein (voraussichtlich bis 14 Uhr). Nicht zuletzt sind derzeit rund 40.000 Touristen, die über das verlängerte Wochenende in den beliebten Urlaubsort gereist sind, gestrandet, so Behördeninformationen.

Oaxaca registrierte bislang über 6.000 Regenopfer. In Hidalgo wurden 30 Dörfer durch Erdrutsche von der Kommunikation abgeschnitten. In sechs Bundesstaaten mussten die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag abgesagt werden. In Tamaulipas, Nuevo Leijn, San Luis PotosÄ­, Hidalgo, Colima und Guerrero fielen die meisten Feste buchstäblich ins Wasser.

Auf der Golfseite ist Bundesstaat Veracruz am meisten betroffen. Noemi GuzmÄ¡n Lagunes von der Zivilschutzbehörde gab bekannt, dass bislang über 66 Gemeinden betroffen seien. In einer au߸erordentlichen Sitzung des Consejo Estatal de Protecciijn Civilordnete Gouverneur Javier Duarte de Ochoa Alarmstufe rot für den Norden des Bundesstaates an, orange für das Zentrum und gelb für den Süden. Der Schulunterricht fällt am heutigen Dienstag in allen 212 Gemeinden aufgrund der erwarteten Starkregenfälle von 250 bis 400 Millimeter an der Golfküste und bis zu 600 Millimetern in den Bergen aus. Duarte de Ochoa forderte vom SecretarÄ­a de Gobernaciijnzudem die Ausrufung des Notstands für 52 Gemeinden, in denen 23.000 Bewohner evakuiert wurden. 9.000 befinden sich in Notunterkünften.

Verteidigungsministerium und Marine haben in den am meisten betroffenen Staaten Zufluchtsstätten und Notunterkünfte errichtet. 215 Armee- und 950 Marinesoldaten wurden in die betroffenen Gebiete verlegt, um der Bevölkerung zu helfen. Peıa Nieto reiste am Montag in nach Guerrero, um das Ausma߸ der verursachten Schäden zu bewerten und um die Unterstützungsaktionen zu überwachen.

Der nationale Wetterdienst Servicio Meteorolijgico Nacional (SMN) informierte, dass ,,Ingrid“ sich zu einem tropischen Tiefdruckgebiet abgeschwächt habe. Dennoch werde das schlechte Wetter in weiten Teilen des Landes anhalten, insbesondere östlich im Golf von Mexiko. Eine Besserung sei noch nicht in Sicht. ,,Ingrid“ zieht von Tamaulipas aus in Richtung San Luis PotosÄ­. Zu erwarten seien sintflutartigen Regenfällen in Veracruz, Tamaulipas, San Luis PotosÄ­ und Nuevo Leijn, dazu intensive Niederschläge in Puebla, Hidalgo, Coahuila, Querátaro und Guanajuato.

Die Reste von ,,Manuel“ erzeugen laut Wetterbehörde Starkwinde sowie Wellen von zwei bis drei Metern Höhe. Es bestehe eine zehn-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass er in den kommenden 48 Stunden wieder an Stärke gewinne und sich zu einem tropischen Wirbelsturm entwickle. In Nayarit, Jalisco, Colima und MichoacÄ¡n werden heftige Niederschläge und Orkanböen erwartet. (dmz/ng/hl)

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