Luftverschmutzung in Mexiko

Mexiko-Stadt, 28. Oktober – Im Bundesdistrikt sind Häuser für 30 bis 40 Prozent der Emissionen in der Hauptstadt verantwortlich. Das berichtet das Internetportal SinEmbargo. Ursächlich seien unter anderem die Konstruktionsweise von Wohnraum, Büros, Krankenhäusern und Hotels sowie der hohe Energieverbrauch, Wasserverschwendung und die Verwendung verunreinigender Materialien.

Weil Bauherren und Konstrukteuren oftmals der Wille zur Emissionsverringerung fehle, plant die Stadtverwaltung für die laufende Amtsperiode eine verbindliche Norm für Nachhaltigkeit, erklärte der Direktor für die Umweltregulierung im Umweltministerium des Bundesdistrikts, Rubán Lazo im Interview mit SinEmbargo.

Im November 2008 führte die Hauptstadtverwaltung das Zertifizierungspromm für nachhaltiges Bauen (Programa de Certificaciijn de Edificaciones Sustentables, PCES) ein. Bislang sei die Zertifizierung freiwillig. Dieses Jahr soll ein weiteres Dekret verabschiedet werden, ebenfalls ein Freiwilligenprogramm, dem sich Hotels und Krankenhäuser anschlie߸en sollen, welche allesamt Gro߸verbraucher von Wasser und Energie sind. Dieses Programm umfasse dann alle Typen von Gebäuden, nicht nur Wohnungen. Ein bestimmtes Datum gebe es aber noch nicht. In Kürze solle es auch bindend werden, Emissionen durch die Verwendung von umweltfreundlicheren Baumaterialien zu reduzieren.

Bislang hätten sich in den fünf Jahren seit der Einführung des PCES nur ganze acht Gebäude zertifizieren lassen. Von 43 weiteren liege der Antrag auf Zertifizierung vor, so Lazo weiter. Grund für die geringe Zahl sei unter anderem der langwierige Prozess, der mit Erteilung der Baugenehmigung seinen Lauf nehme. Ein zertifiziertes Gebäude produziere und verbrauche mindestens 30 Prozent weniger Emissionen, Wasser und Energie.

Gebäude können innerhalb des PCES in den Klassifikationen Effizienz und Exzellenz zertifiziert werden. Damit verbunden seien auch finanzielle Anreize. In beiden Fällen könne der Bauherr mit einer Reduzierung der Grundsteuer und mit administrativen Vereinfachungen rechnen oder auch günstigere Versicherungsprämien in Anspruch nehmen. Im Bereich Exzellenz kommen Sonderrabatte bei den Wassertarifen hinzu.

Steuerliche Anreize

Vor allem aber stehe der Eigennutzen nachhaltig gebauter Gebäude im Vordergrund: zum Beispiel die effiziente und verantwortungsbewusste Verwendung von Ressourcen, die Reduzierung von Treibhausgasen sowie Energie- und Gaseinsparungen. Dieses Instrument zur Motivation nachhaltigen Bauens gebe es bislang nur in Mexiko-Stadt, erklärte Lazo gegenüber SinEmbargo. Wollte man aber wirklich nachweisbare Erfolge in der Reduzierung der Gebäudeemissionen erzielen, müssten die Vorschläge obligatorisch gemacht werden, mahnte David Morillijn, Forscher an der UNAM.

Seit 1994 wurden weltweit verschiedene Zertifikate für nachhaltige Gebäude entwickelt. Eines der bekanntesten ist The Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) aus den Vereinigten Staaten. Von insgesamt 45 Gebäuden in ganz Mexiko verfügen unter anderem die Gebäude Torre Mayor und Torre HSBC an der Avenida Reforma über diese Zertifizierung.

Nach dem Bericht Nachhaltiges Bauen in Nordamerika (Edificaciijn Sustentable de Amárica del Norte) der Kommission für Umweltkooperation in Nordamerika (Comisiijn de Cooperaciijn Ambiental para Amárica del Norte, CCA) verbrauchen Gebäude in Mexiko 17 Prozent des Gesamtenergie, fünf Prozent Wasser, 25 Prozent Elektrizität, 20 Prozent CO2-Emisionen und 20 Prozent Müll. Information des Umweltministeriums (Semarnat) zufolge sorgt ein nachhaltig gebautes Gebäude dafür, den Energieverbrauch um 30 Prozent, den Aussto߸ von Kohlenstoff um 35 Prozent und den Wasserverbrauch um 30 bis 50 Prozent zu senken. Zusätzlich würden 50 bis 90 Prozent der Abfallbeseitigungskosten eingespart. (dmz/ng/hl)

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