Neue Pfandautomaten in Mexiko

Große Worte von Bezirksbürgermeister Alejandro Fernández Ramírez bei der Vorstellung des Pfandautomaten (Foto: GDF)

Mexiko-Stadt, 4. Oktober 2014 – Seit mehr als einem Monat läuft im Bezirk Cuauhtémoc in Mexiko-Stadt ein neues Projekt zum Recycling von Plastikflaschen und Dosen. Doch die aufgestellten Pfandautomaten funktionieren nicht richtig – zum Ärger der Benutzer. Statt der versprochenen Prämien gibt es nur die Möglichkeit, das Pfandgeld zu spenden. Und das ist nicht das einzige Problem.

Im Prinzip ist das neue Recyclingprojekt, das zum Umweltprogramm „Cuauhtémoc + Verde“ gehört, eine gute Idee. Wer leere PET-Flaschen und Getränkedosen hat, soll diese künftig einfach an öffentlichen Automaten abgeben können. Für das eingelieferte Leergut bekommen die Nutzer ein Pfandgeld auf einer Bonuskarte gutgeschrieben, das man sich entweder auszahlen oder gegen verschiedene Prämien eintauschen kann. Dazu gehören unter anderem Freiminuten fürs Handy, Tickets für den öffentlichen Nahverkehr oder Rabatte auf Kino- und Theaterkarten. Wer will, kann das Pfandgeld auch spenden.

So hat es zumindest Cuauhtémocs Bezirksbürgermeister Alejandro Fernández beim Start des Projekts am 24. August diesen Jahres angekündigt.

Doch die Realität sieht anders aus. Zum einen verzögert sich die Verteilung der Automaten in der Stadt. Von den versprochenen zehn Automaten, die an stark besuchten öffentlichen Plätzen, etwa dem Parque México und der Avenida Alvaro Obregón, installiert werden sollten, steht kein einziger. Am 10. September hieß es von Seiten der Betreiber, dass die Verteilung noch im Verlauf dieser Woche beginnen solle. Passiert ist seitdem allerdings noch nichts.

Lediglich auf dem Vorplatz der Bezirksverwaltung stehen bislang fünf Automaten zur Verfügung. Dort herrscht auch reger Andrang, wie das Personal berichtet. Wer hier allerdings das Pfandgeld für sein Leergut auf seiner Bonuskarte gutschreiben lassen will, wird enttäuscht. An den Automaten prangt der Hinweis: „Hasta nuevo aviso las máquinas sólo recibirán donaciones. No darán puntos“ „Bis auf weiteres empfangen die Automaten nur Spenden. Es werden keine Punkte vergeben) . Es gibt also weder Geld noch Punkte, lediglich die Spendenoption funktioniert. Verständlicherweise ist der Frust vieler Nutzer groß. Wann die Automaten wie geplant funktionieren werden, ist bislang unklar.

Pfandsammeln ist für viele Menschen ein Geschäft

In Mexiko-Stadt ist es üblich, herumliegende Plastikflaschen und Getränkedosen auf der Straße einzusammeln und pro Kilogramm zu verkaufen. Neben Reinigungsdiensten und Müllsuchern, den „Pepenadores“, verdienen sich auch viele Passanten so im Vorbeigehen etwas dazu. Aktuell liegt der Kilopreis für PET-Flaschen bei fünf Pesos, der Preis für Aluminiumdosen liegt etwa bei 15 Pesos pro Kilo.

Mit den Pfandautomaten soll die Entsorgung und Wiederverwertung von Getränkeverpackungen einfacher werden. Dazu müssen die unbeschädigten Flaschen und Dosen mit dem Originaletikett in den Automaten gegeben werden, der dann den Barcode einscannt und den entsprechenden Pfandbetrag auf der Bonuskarte verbucht. Diese kann für zehn Pesos entweder im Internet unter www.puntosrecicla.com oder bei der Bezirksverwaltung einmalig erworben werden.

In einem Automat, der einen Marktwert von 12.000 Dollar hat, ist Platz für bis zu 2.000 Flaschen. Für die Wartung, Überwachung und Leerung der Pfandautomaten ist der Hersteller Heng Sheng PlasticMX verantwortlich. Das mexikanische Unternehmen betreibt auch in anderen Ländern Pfandautomaten, unter anderem in Guatemala, Kolumbien, Panama, Spanien und China. In Mexiko sollen in den kommenden Jahren landesweit insgesamt 300 neue Automaten in Betrieb gehen. (dmz/ds/hl)

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