„Patricia“ zwingt Monachfalter zur Zwischenstation in Nordmexiko

 

Die Ankunft der Schmetterlinge im Biosphärenreservat des Monarchfalters in Michoacán zieht jedes Jahr auch viele Touristen an (Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 28. Oktober 2015 – Riesenschwärme herrlicher Schmetterlinge fliegen jedes Jahr im Herbst aus den USA und Kanada in ihre Winterquartiere im zentralen Westen von Mexiko, um sich hier zu paaren. In diesem Jahr mussten die Monarchfalter ihre Route ändern und einen wetterbedingten Zwischenstopp einlegen. Derzeit machen sie in den Hochebenen der Bundesstaaten Coahuila, Nuevo León und Tamaulipas Station.

Sobald sich die klimatischen Verhältnisse verbesserten, dürften die Falter ihre Reise fortsetzen, teilte das Umweltministerium am Dienstag mit.

Die schwarz-gelben Schmetterlinge fliegen jedes Jahr bis zu 4200 Kilometer von Kanada und den USA nach Mexiko, um in den Kiefern- und Tannenwäldern der Bundesstaaten Michoacán und México zu überwintern. „Patricia“ war am Wochenende auf die mexikanische Pazifikküste getroffen und dann abgeschwächt weiter Richtung Nordosten ins Landesinnere gezogen – genau in die Route der königlichen Falter.

Im April machen sich die Weibchen auf den Rückweg in den Norden. Es ist gerade mal 38 Jahre her, dass das Refugium der Monarch-Falter überhaupt entdeckt wurde. Erst 1976 hatte der kanadische Schmetterlingsforscher das Winterquartier in der majestätischen Sierra Madre entdeckt und damit für eine Sensation gesorgt. Bis dahin hatte man in ihren Revieren in Süd-Kanada und den USA natürlich immer bemerkt, dass sie plötzlich weg waren – aber wohin ihre Reise ging, war ein Rätsel. Die mexikanischen Bauern hielten sie sogar für Schädlinge und setzten Feuerwerfer gegen sie ein.

 Nach der Entdeckung reagierte die mexikanische Regierung schnell und stellte das Gebiet unter staatlichen Schutz. Inzwischen gehört das Biosphärenreservat des Monarchschmetterlings zum Unesco-Naturerbe der Menschenheit.

 Inzwischen weiß man, dass sich die Falter auf ihrer langen Reise am UV-Licht orientieren. Neurobiologen haben festgestellt, dass sie über spezielle Rezeptoren verfügen. Das UV-Licht gibt ihnen auch das Signal zum Aufbruch. Sie fliegen in bis zu 2 500 Meter Höhe und lassen sich niemals vom Weg abringen.

 Die Zahl der Monarchfalter ist in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen. Nach einer im Februar 2014 von WWF Deutschland (World Wide Fund For Nature) veröffentlichten Studie seien i der Saison 2014 nur noch sieben Kolonien der orange-rot gezeichneten Schmetterlinge auf insgesamt nicht einmal 0,7 Hektar in Zentralmexiko gezählt worden. Gegenüber dem Vorjahr, als die Population bereits auf einem Rekordtief war, war sie nochmals um fast die Hälfte (44 Prozent) gefallen.

Als Gründe für den dramatischen Rückgang sehen Umweltexperten vor allem die intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pestiziden in Kanada und den USA, wo viele Brachflächen in Acker-Monokulturen umgewandelt worden wurden. Seidenpflanzen, die Hauptnahrung der Raupen, würden durch die dabei verwendeten Pestizide zurückgedrängt. (dmz/hl – mit Material von dpa)

 




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