Umweltalarm in Jalisco

Guadalajara, 2. September 2014 – Nach dem Tod Hunderttausender Fische in einem See im Westen Mexikos suchen Experten nach einer Erklärung für das mysteriöse Massensterben. Bis Dienstagabend wurden insgesamt 82 Tonnen Fischkadaver aus dem See Cajititlán im Bundesstaat Jalisco geborgen, teilte das nationale Umweltministerium mit. Es gebe noch mehr tote Fische in dem See, die Bergungsarbeiten werden fortgesetzt.

Fischer waren mit ihren Booten auf dem See unterwegs, um das Wasser von den toten Fischen zu reinigen. Im Fernsehen war zu sehen, wie Helfer die Kadaver am Ufer mit Baggern und Schubkarren wegschafften. Bei den Fischen handelt es sich um den Popoche-Barsch, der in der Region nicht kommerziell gefangen wird.

Möglicherweise entsorgten örtliche Kläranlagen ihre Abwässer in dem See. Dorfbewohner sollen der Umweltschutzbehörde im Bundesstaat Jalisco  erklärt haben, dass die Betreiber der Anlagen nicht ordnungsgemäß arbeiteten. Eine Ursache könnte Experten zufolge auch eine erhöhte Wassertemperatur und ein damit verbundener Sauerstoffmangel sein.

Eine natürliche Ursache für das Fischsterben sei unwahrscheinlich, hatte dagegen die Leiterin der Umweltschutzbehörde im Bundesstaat Jalisco, Magdalena Ruiz Mejía, am Montag erklärt. In diesem Jahr sei es bereits viermal zu ähnlichen Ereignissen gekommen. Nun seien Wasser- und Gewebeproben genommen und zur Analyse an ein forensisches Institut geschickt worden, sagte Mejía. Eingeschaltet wurde auch die Nationale Menschenrechtskommission, die auch Behörden in Mexiko auf Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter untersucht.

Erst vor knapp einem Monat wurde eine ganze Region durch die Verschmutzung der Flüsse Bacanuchi und Sonora im gleichnamigen Bundesstaat im Norden Mexikos durch die Einleitung von 40.000 Kubikmeter hochgiftiger Säure aus einer Mine schwer beschädigt. Zahlreiche Menschen wurden durch das vergiftete Wasser verletzt. Das Bergbauunternehmen Grupo México hat die Verantwortung für das Unglück übernommen, das durch eine defekte Rohrleitung verursacht worden sei. Die Mine wurde zwischenzeitlich geschlossen. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben von Umweltschützern wird es Jahrzehnte dauern, bis die Auswirkungen dieser jüngsten Umweltkatastrophe überwunden sein werden. (dmz/hl mit Material von dpa; Foto: https://www.almomento.mx)

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