Umweltschützer beschlagnahmen Leguan-Eintopf in Morelos

Ein Männchen und zwei Weibchen des Gemeinen Schwarzleguans im Nationalpark Barra Honda in Costa Rica (Foto: Chmehl / Wikimedia)

Jojutla, 12. Mai 2015 – In einem Restaurant in Morelos bekamen Gäste einen Eintopf mit besonderer Fleischeinlage serviert: Zwischen Tomaten und Chili schwammen Schenkel und Brust des vom Aussterben bedrohten Schwarzleguans. Einem Gast stieß das Gericht übel auf – er informierte die Umweltschutzbehörde. Diese konfiszierte 32 Liter der Suppe.

In einem Restaurant im südlichen Bundesstaat Morelos haben Umweltschützer in einem Eintopf Fleisch des vom Aussterben bedrohten Schwarzleguans (Ctenosaura pectinata) gefunden. Beamte der Umweltschutzbehörde PROFEPA (Procuraduría Federal de Protección al Ambiente) beschlagnahmten etwa 32 Liter des Gerichts in der Ortschaft Tehuixtla in der Gemeinde Jojutla, wie sie am Dienstag mitteilten.

Ein Gast hatte den Behörden zuvor einen anonymen Hinweis gegeben, dass in dem Restaurant Brust und Schenkel des bedrohten Schuppenkriechtiers serviert würden. Da der Eigentümer den legalen Erwerb des Fleisches nicht nachweisen konnte, konfiszierten die Beamte das Gericht. Ob dem Besitzer des Lokals nun eine Strafe droht, ist noch unklar.

Der Leguan gilt als bedrohte Tierart in Mexiko und steht unter Schutz (OM-059-SEMARNAT-2010). Dennoch gilt das Fleisch der Tiere in einigen Gegenden, etwa in der „Tierra Caliente“ (Sierra de Guerrero) als Spezialität. Die Umweltschutzbehörde wies darauf hin, sie arbeite daran, Einwohner davon abzubringen, das Fleisch von bedrohten und geschützten Tieren für traditionelle Gerichte zu verwenden. (dmz/ds)