UN-Konferenz in Lima ringt um Entwurf für den Weltklimavertrag

Perus Umweltminister Manuel Pulgar-Vidal eröffnete die Uno-Klimakonferenz (Foto: COP20)

Das Ziel ist klar, der Weg steinig: 195 Länder feilschen in Lima um einen Entwurf für einen Weltklimavertrag. Ohne ein solches Abkommen kann es kaum gelingen, die fortschreitende Erderwärmung noch auf ein beherrschbares Maß zu begrenzen.

Lima, 1. Dezember 2014 – In Perus Hauptstadt Lima hat das Ringen um einen globalen Klimaschutz-Vertrag begonnen. Vertreter aus 195 Ländern verhandeln rund zwei Wochen lang über die Rohfassung eines Weltklimaabkommens, das dann Ende 2015 in Paris verbindlich verabschiedet werden und 2020 in Kraft treten soll. Im Kern geht es darum, die klimaschädlichen Treibhausgase zu reduzieren und so die fortschreitende Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen.

«Die Welt erwartet von uns, dass wir nicht scheitern», sagte Perus Umweltminister Manuel Pulgar-Vidal zur Konferenzeröffnung am Montag. Es sei klar, dass sich das Zeitfenster im Kampf gegen den Klimawandel bald schließe. «Wir dürfen diese Chance nicht vergeben», mahnte Pulgar-Vidal, der die Konferenz als Gastgeber leitet. Die Chefin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres, warnte, dass das Jahr 2014 vermutlich das heißeste in der Geschichte der Menschheit werde.

In Peru sollen Hauptelemente des Vertrages soweit wie möglich fixiert werden. «Lima ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg nach Paris. Wir haben zwölf Monate und die Uhr läuft. Die Arbeit muss hier vorankommen», sagte EU-Delegationsleiterin Elina Bardram vor dem Start der «LimaCop20». Die Regierungen sind aufgefordert, spätestens bis Ende März 2015 nationale Klimaschutz-Zusagen vorzulegen.

Beflügelt werden die Verhandlungen in Lima von den jüngsten Zusagen der beiden größten Klimasünder China und USA. Die USA hatten diesen Monat angekündigt, den Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2025 um 26 bis 28 Prozent im Vergleich zu 2005 zu reduzieren. China sagte zu, spätestens 2030 den Maximalwert an jährlichen CO2-Emissionen zu überschreiten und bis dahin den Anteil erneuerbarer Energien auf etwa 20 Prozent zu steigern.

Die Entwicklungsorganisation Oxfam forderte die Industrieländer auf, die Vorreiterrolle beim Klimaschutz zu übernehmen und das auch mit Geld zu tun. Die finanzielle Unterstützung der armen Länder im Kampf gegen den Klimawandel sei ein Dreh- und Angelpunkt der Verhandlungen, sagte Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig. Die reichen Länder müssten sich zu konkreten Schritten verpflichten, die Klima-Hilfen bis 2020 wie versprochen auf 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr zu steigern.

Vor Beginn der Konferenz hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace in der auf über 2000 Metern Höhe liegenden Inka-Ruinenstadt Machu Picchu die Forderung «Klima schützen – Solar ausbauen!» an einen Berg projiziert. «Wir fordern die Teilnehmer der Klimakonferenz auf, konsequent die größte und sauberste Energiequelle zu nutzen: die Sonne», sagte Martin Kaiser, Leiter der internationalen Klimapolitik von Greenpeace. Die Bundesregierung forderte er auf, ein Gesetz zum langfristigen Kohleausstieg vorzulegen. (dpa/dmz/hl)