Unwetter in Mexiko

Unwetter in Mexiko: Zahlreiche Vermisste nach Erdrutschen – Opferzahlen steigen weiter

Mexiko-Stadt, 20. September – In Guerrero ist ein 400-Seelen-Dorf von einem Erdrutsch nahezu vollständig verschüttet worden. 58 Menschen wurden am Donnerstagabend noch vermisst. Im Dorf La Pintada in der Gmeinde Atoyac de ālvarez spielten sich dramatische Szenen ab. Überlebende berichteten in Fernsehen und Zeitungen, wie sie ihre toten Familien ausgruben. Inzwischen wurden die Opferzahlen von den Behörden landesweit auf 97 korrigiert. Die Zahlen werden voraussichtlich noch steigen.

Viele Gemeinden bleiben aufgrund versperrter Zufahrtswege weiterhin von der Au߸enwelt abgeschnitten. In dem Ort La Pintada, der sich in Atoyac de ālvarez in der Region Costa Grande in Guerrero liegt, werden immer noch 68 Einwohner vermisst, betätigte Innenminister Osorio Chong. Das 400-Einwohner-Dorf wurde von einem Erdrutsch überrascht. 30 Häuser verschwanden vollständig in den Schlammmassen. Bis gestern Mittag hatten die Bergungsarbeiten noch nicht einmal begonnen. Die Nachricht war zunächst von Gouverneur Aguirre Rivero ignoriert und zurückwiesen worden, obwohl sie ihm bereits am Montag Abend von Bürgermeister Ediberto Tabarez übermittelt worden war.

„Manuel“ hatte sich am Donnerstagmorgen wieder zu einem Hurrikan der Kategorie 1 entwickelt und seine zerstörerischen Spuren im Bundesstaat Sinaloa hinterlassen. Hier ist von 100.000 Geschädigten die Rede, zahlreiche Gemeinden sind betroffen, so Gouverneur Mario Lijpez Valdez.

Unterdessen bleibt die Lage in Teilen Acapulcos weiterhin kritisch. Wasser und Sanitärartikel fehlen allerorten und Hotelbesitzer respektierten nicht die mit der Regierung getroffenen Vereinbarungen, eine Nacht gratis bzw. Preisnachlässe zu gewähren, monierten Urlauber. Verzweiflung macht sich unter den Gestrandeten breit, rund 100 Touristen blockierten den Küstenstreifen Miguel AlemÄ¡n sowie den Bulevar de Las Naciones, um einen Transport zum Flughafen zu erzwingen. Von den knapp 30.000 noch Verbliebenen konnten bereits 12.000 über die Luftbrücke Acapulco-Mexiko-Stadt ausgeflogen werden.

In einer Pressemitteilung teilte die Regierung von Mexiko-Stadt mit, dass sie Charterflüge (zweimal täglich) nach Acapulco und Zihuatanejo organisiere, um gestrandete Hauptstädter zurückzubringen. Bürger müssten ihren Wahlausweis (der in Mexiko etwa dem Personalausweis entspricht) vorlegen, um ihren Wohnsitz im Bundesdistrikt zu belegen. Gleichzeitig sollen die Flugzeuge Lebensmittel an die Bestimmungsorte bringen. In Mexiko-Stadt wurde der Zijcalo zur Sammelstelle für Spenden eingerichtet – 30 Tonnen lagerten dort am Donnerstag zum Weitertransport in die Katastrophengebiete – für die protestierenden Lehrer eine unüberwindbare Hürde, den Zijcalo einzunehmen.

Auch an der Halbinsel Pie de la Cuesta zehn Kilometer nördlich von Acapulco sind die Menschen zum Teil stark betroffen von den Unwettern. Strom- und Internetausfälle schneiden die Bewohner vom Rest des Landes ab, einige Ortsansässige klagen, dass Lebensmittel und Bargeld knapp würden, weil die Stra߸en in die Stadt versperrt seien. Die Lagune habe noch nie einen so hohen Wasserstand gehabt, berichteten Anwohner der DMZ. Im Fernsehberichten waren au߸erdem Krokodile zu sehen, die über die Lagune geschwemmt worden waren und jetzt in verschiedenen Dörfern  frei umherlaufen.

Der mexikanische Wetterdienst meldete, dass „Manuel“ sich wieder zu einem Tropensturm abgeschwächt habe, dennoch weiter landeinwärts mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern in der Stunde Richtung Nordosten ziehe. (dmz/ng/hl)

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