Zehn Leichen in illegalen Gräbern in Acapulco entdeckt

 

Insgesamt sieben illegale Gräber haben Ermittler am Stadtrand von Acapulco ausgehoben. (Foto: almomento.mx)

Acapulco, 23. Juni 2015 – Wieder sind Ermittler in Guerrero auf illegale Gräber gestoßen. Am Stadtrand von Acapulco wurden die Leichname von sieben Männern und drei Frauen exhumiert. Zwei junge Männer konnten bereits identifiziert werden – sie waren vor kurzem als vermisst gemeldet worden. Auch bei den anderen Opfern prüft die Polizei einen Zusammenhang zu Entführungsfällen.

Im mexikanischen Bundesstaat Guerrero sind zehn Leichen aus illegalen Gräbern geborgen worden. Einsatzkräfte entdeckten am Stadtrand von Acapulco insgesamt sieben Gräber, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Durch einen anonymen Anruf seien die Behörde auf die illegalen Gräber aufmerksam gemacht worden.

Unter den exhumierten Toten waren der Staatsanwaltschaft zufolge sieben Männer und drei Frauen. Sie sollen etwa zwei bis drei Wochen unter der Erde gelegen haben. Wie der Staatsanwalt von Guerrero, Miguel Ángel Godínez, in einem Radiointerview mitteilte, konnten zwei der Opfer bereits identifiziert werden. Demnach handelt es sich um zwei junge Männer aus Acapulco, die vor kurzem als vermisst oder entführt gemeldet worden waren. Auch zu den anderen Opfern werde ein möglicher Zusammenhang zu gemeldeten Entführungsfällen geprüft.

In den letzten zwei Legislaturperioden haben mexikanische Ermittler insgesamt mehr als 600 Tote in illegalen Gräbern entdeckt, wie aus dem jüngsten Bericht der Generalstaatsanwaltschaft PGR (Procuraduría General de la República) hervorgeht. Besonders negativ fallen die Bundesstaaten Guerrero, Jalisco und Tamaulipas auf.

80 Prozent der Leichen konnten demnach bis heute nicht identifiziert werden. Von 342 der 601 Leichname konnten die Ermittler immerhin das Geschlecht identifizieren. Demnach waren 302 Männer und 40 Frauen unter den Opfern. Die restlichen 259 Leichen sind als „nicht einstufbar, in Bearbeitung und/oder unbestimmt“ markiert.

In Guerrero sind die meisten illegalen Massengräber

Insgesamt wurden die Ermittler in 16 der 31 Bundesstaaten und dem Hauptstadtbezirk fündig. Die meisten Massengräber wurden im Bundesstaat Guerrero entdeckt, wo im September vergangenen Jahres die 43 Studenten nahe der Stadt Iguala verschleppt und vermutlich getötet worden waren. Danach folgen die Bundesstaaten Jalisco und Tamaulipas. Die wenigsten illegalen Gräber wurden demnach in Nuevo Leon und Hidalgo gefunden.

Die Daten der PGR stammen aus dem Zeitraum der vergangenen beiden Regierungsperioden – vom 1. Dezember 2006 bis zum 28. Februar 2015 – und wurden gemäß des Transparenzgesetzes (Ley de Transparencia) veröffentlicht. Die meisten der Gräber wurden erst nach dem Massaker in Tamaulipas entdeckt. Im Zeitraum zuvor – vom Februar 2007 bis März 2011 – führt die Statistik lediglich 16 Gräber auf.

Die mexikanischen Verbrechersyndikate verscharren ihre Opfer häufig in Massengräbern an geheimen Orten. Menschenrechtsorganisationen machen allerdings auch die staatlichen Sicherheitskräfte für das sogenannte Verschwindenlassen von Menschen verantwortlich (dmz/ds mit Material von dpa).




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