UNESCO: Mexiko-Stadt will Kreativstadt werden

 

Blick vom Chapultepec-Park auf die Skyline von Mexiko-Stadt Richtung Zentrum (Foto: Herdis Lüke)

Mexiko-Stadt, 20. November 2014 – Mexiko-Stadt ist auf der Überholspur. Erst vor kurzem gewann die Millionenmetropole den Audi Urban Future Award 2014 in Berlin, nun will sie auch Kreativstadt werden. Die UNESCO vergibt Titel im Rahmen des Netzwerk-Programms „Creative Cities“ und unterstützt Städte, ihr kreatives Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung zu nutzen. Für Mexiko-Stadt eine Chance, durch Kultur Arbeitsplätze zu schaffen und nachhaltiges Wachstum für die Hauptstadt zu erzeugen. Die Vorbereitungen, sich als Kandidat für das Netzwerk „Creative Cities“ zu bewerben, laufen auf Hochtouren. Bewerbungsunterlagen wie der „Bericht über die kreative Wirtschaft 2014“ sind bereits fertiggestellt und werden 2015 der UNESCO vorgelegt.

Das Netzwerk „Creative Cities“ wurde 2004 im Rahmen der Global Alliance for Cultural Diversity der UNESCO gegründet. Mitgliederstädte tauschen sich mit anderen Partnern des Programms in den Kulturbereichen Film, Musik, Design, Gastronomie, Medienkunst, Handwerk oder Literatur aus und geben ihre Erfahrungen und Strategien weiter. Dadurch solle die Kreativwirtschaft besonders in den Entwicklungsländern gefördert werden.

Die Kreativunternehmen stellen einen großen Teil der Wirtschaft in Mexiko-Stadt dar, sagte Salomón Chertorivski Woldenberg, Vorsitzender des Ministeriums für wirtschaftliches Wachstum. Sie präsentieren sechs Prozent des Bruttoinlandprodukts, was ca. 120.000 Millionen Pesos Wachstum entspricht. Es sei wichtig, das Startkapital der Kreativunternehmen aufzustocken und günstige Kredite anzubieten.

Für die Bewerbung als Kandidat des Netzwerks „Creative Cities“ stellte die Regierung von Mexiko-Stadt am Dienstag den „Bericht über die kreative Wirtschaft 2014“ vor. Dieser Bericht wurde zum ersten Mal in spanischer Sprache verfasst. Kultur und Bildung sind hierbei zwei der gegenwärtigen Ziele, die angestrebt werden. Er beruht auf Untersuchungen des Wachstums der kreativen Wirtschaft in den Jahren 2008 bis 2010 und stellt den Einfluss auf den Welthandel heraus.

Hierbei erklärte Chertorivski Woldenberg, dass die Regierung der Hauptstadt «die Lücken schließen müsse, die die Märkte bis jetzt noch nicht geschlossen haben». Jugendliche solle eine Chance geboten werden, sichere Arbeitsplätze in der Kreativwirtschaft zu finden und dadurch die Stadt in Zukunft internationale als Wettbewerber zu positionieren.

Im historischen Zentrum werden bereits Werkstätten für künstlerische und kulturelle Entfaltung gesucht. Geplant sei aber, das Projekt in ganz Mexiko-Stadt auszuweiten und Standorte für die Kreativarbeit der Jugendlichen zu finden. Für die Bildung wurde das Projekt «SaludArte» ins Leben gerufen. Zentrales Thema ist hier die Vorbeugung von Übergewicht, ein Problem, was sich aufgrund des Fast-Foods-Zeitalters auch bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren immer weiter ausgebreitet hat. Außerdem werden die jungen Talente an künstlerische Tätigkeiten herangeführt, die ihr Leben bereichern sollen.

Bisher arbeiten 41 Städte in dem UNESCO-Netzwerk zusammen, darunter sind unter anderem Assuan, Berlin, Buenos Aires, Montreal, Melbourne, Glasgow und Sevilla als Mitglieder vertreten.

Weitere Informationen zum Programm „Creative Cities“ sind auf der Website https://www.unesco.org/new/en/culture/themes/creativity/creative-cities-network/about-creative-cities/ zu finden. (dmz/as/hl)