“Jagd geht los”: USA helfen Mexiko bei Suche nach “El Chapo”

 

Beamte der US-Antidrogenbehörde DEA (Foto: CUPIHD)

Mexiko-Stadt/Washington, 17. Juli 2015 – Der Ausbruch des Kartellchefs aus einem Hochsicherheitsgefängnis ist eine Blamage für Mexiko. Vor allem die USA sind sauer, dass der gefährliche Verbrecher entkommen konnte. Doch nun raufen sich die Nachbarn zusammen.

Nach dem spektakulären Gefängnisausbruch von Joaquín “El Chapo” Guzmán suchen Mexiko und die USA gemeinsam nach dem mächtigsten Drogenhändler der Welt. Die US-Antidrogenbehörde (DEA) schrieb den Boss des Sinaloa-Kartells erneut zur Fahndung aus. “Die Jagd geht wieder los”, sagte der DEA-Vizechef Jack Riley dem US-Fernsehsender CNN.

Der Chef der mexikanischen Bundespolizei Enrique Galindo sagte in der Nacht zum Freitag: “Wir haben nur einen Auftrag: Joaquín Guzmán wieder ins Gefängnis zu bringen.” Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong erklärte: “Unser Ziel ist ganz klar: Diesen Verbrecher wieder zu fassen und jeden einzelnen seiner Komplizen zu bestrafen.”

Zuvor war über Misstrauen zwischen den Behörden in den USA und Mexiko spekuliert worden. Nach Guzmáns Festnahme im vergangenen Jahr hatten die Vereinigten Staaten Interesse daran geäußert, den Drogenboss in den USA vor Gericht zu stellen. Ein formeller Auslieferungsantrag sei allerdings erst am 25. Juni dieses Jahres in Mexiko eingetroffen, sagte Generalstaatsanwältin Arely Gómez am Donnerstag vor dem Sicherheitsausschuss im Kongress.

Laut einem Bericht der Zeitung “Milenio” trafen sich Vertreter der DEA und der US-Bundespolizei FBI bereits mit mexikanischen Strafverfolgern, um Informationen über Guzmán auszutauschen. “El Chapo“ hofft darauf, dass die Polizisten auf beiden Seiten der Grenze nicht miteinander reden. “Ich kann nur sagen: Wir tun das jetzt mehr als jemals zuvor”, sagte DEA-Vize Riley.  

In den USA liegen aus mehreren Gerichtsbezirken Haftbefehle wegen Drogenhandels gegen Guzmán vor. Auch die internationale Polizeiorganisation Interpol schrieb “El Chapo” weltweit zur Fahndung aus. Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft setzte ein Kopfgeld in Höhe von 60 Millionen Pesos (etwa 3,4 Mio Euro) auf ihn aus.

“El Chapo” war am Samstag durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel aus einem Hochsicherheitsgefängnis im Zentrum Mexikos geflohen. Vor seiner Festnahme im vergangenen Jahr galt er als der mächtigste Drogenhändler der Welt. Allein mit dem Rauschgiftschmuggel vor allem in die USA soll sein Kartell jährlich Milliarden Dollar umsetzen. (dmz/dpa/hl)