US-Elektronikkette RadioShack meldet Insolvenz an

 

 Tausende Radio-Shack Filiale wechseln nun den Besitzer (Foto: Mike Mozart / Flickr)

Fort Worth, 6. Februar 2015 – RadioShack steht vor dem Aus: Nach elf Quartalsverlusten in Folge meldet der US-Multimediamarkt Insolvenz an. Gegen die Online-Konkurrenz hatte das 94 Jahre alte Traditionsunternehmen zuletzt keine Chance mehr. Ausgerechnet Amazon wollte die Kette gerne übernehmen – geht jetzt wohl aber leer aus.

Der US-Elektronikhändler RadioShack hat den Kampf gegen die Pleite aufgegeben. Die Kette meldete am Donnerstag (Ortszeit) Insolvenz an. Das 94 Jahre alte Traditionsunternehmen mit etwa 4.000 Filialen im Land steckt seit langem in der Krise. Die starke Konkurrenz der Online-Händler machte RadioShack das Leben schwer, die Verluste wurden immer größer.

Die Kette betreibt zumeist kleinere Läden mit Artikeln wie Handys, Fernsehern oder Zubehör. Auf seiner Website gibt RadioShack die Zahl der Beschäftigten mit 27.000 an. Das Unternehmen ist auch mit Hunderten Filialen in Mexiko und mit mehr als Tausend im Rest der Welt vertreten.

Mehr als 4.000 Filialen verkauft – aber nicht an Amazon

Seit Jahren bahnte sich die Pleite an. Elf Quartale in Folge schrieb das Unternehmen rote Zahlen. Bereits im März 2014 hatte RadioShack 1.000 Geschäfte schließen müssen. Die Aktie fiel im letzten Jahr um 86 Prozent. US-Medien hatten in den vergangenen Tagen nur noch über den Zeitpunkt des Insolvenzantrags spekuliert und sich damit befasst, an wen die Ladengeschäfte verkauft werden.

Auch über Verhandlungen mit dem Online-Versandkonzern Amazon war berichtet worden. Der Internetkonzern, so hieß es, könnte damit den Sprung in den klassischen Einzelhandel wagen. Wirtschaftsexperten vermuten, dass Amazon dem Konkurrenten Apple, welcher mit mehr als 400 Flagshipstores weltweit vertreten ist, Konkurrenz machen möchte. Wie es aussieht, geht Amazon nun wohl aber leer aus.

RadioShack teilte nun mit, bis zu 2.400 seiner Filialen an den Hedgefonds Standard General zu veräußern. Außerdem kündigte der Mobilfunker Sprint an, ein Drittel der Geschäfte teilweise im Rahmen einer Shop-in-Shop-Lösung mit zu belegen. (dmz/ds mit Material von dpa; Grafik: kursdaten.teleboerse.de)