US-Firmen hoffen auf bessere Geschäfte in Kuba

 

Die Haupteinkaufsstraße in Santiago de Cuba (Foto: Dieter Schütz  / pixelio.de)

New York/Washington, 18. Dezember 2014 – Noch gilt zwar das US-Handelsembargo, doch bei amerikanischen Firmen weckt die politische Annäherung an Kuba bereits Hoffnungen auf neue Geschäftsfelder. Große Firmen wie General Motors, AT&T oder American Airlines stehen bereits in den Startlöchern – und ein Rum-Hersteller freut sich besonders.

Die politische Annäherung zwischen den USA und Kuba weckt in der US-Wirtschaft Hoffnungen auf gute Geschäfte und neue Märkte. „Die jüngsten Kommentare aus Washington sind sehr ermutigend“, sagte ein Sprecher des Automobilkonzerns General Motors. „Wir werden mit Sicherheit alle Möglichkeiten prüfen, die sich ergeben.“

Ein Sprecher des Baumaschinen-Herstellers Caterpillar sagte dem Wall Street Journal, seine Firma setze sich seit 15 Jahren für einen neuen Kuba-Kurs ein. „Kuba braucht alles, was wir in den USA produzieren“, sagte er. Dem Zeitungsbericht zufolge stehen auch große Telekommunikationskonzerne wie AT&T oder Verizon oder Unternehmen aus dem Gastgewerbe wie die Hotelkette Hilton in den Startlöchern.

US-Fluggesellschaften würden sich schon seit Jahren auf einen Durchbruch in Kuba vorbereiten, etwa indem sie intensiv die wenigen Ausnahmen nutzten, die das derzeit noch bestehende US-Handelsembargo zulässt. American Airlines fliege seit 15 Jahren 20 Mal die Woche den Inselstaat an, um kubanischstämmige Amerikaner, Hilfskräfte oder Journalisten zu befördern.

Für die Rum-Firma Bacardi ist der diplomatische Kurswechsel besonders bedeutsam. Das Unternehmen wurde 1862 in Santiago de Cuba gegründet und ging 1960 ins Exil. „Wir sind stolz auf unsere kubanischen Wurzeln“, sagte eine Sprecherin. Gleichzeitig warnte sie vor zu hohen Erwartungen.“ Wir müssen abwarten und sehen, was die Auswirkungen sind“, sagte sie.

Obama lässt Ausnahmen für Handelsembargo bereits zu

Denn zunächst haben die verbesserten diplomatischen Beziehungen auf der Handelsebene noch keine allzu großen Auswirkungen. Nur der US-Kongress kann das 1960 gegen Kuba verhängte Embargo beseitigen – und führende Republikaner haben den neuen Kurs der Obama-Regierung bereits scharf kritisiert. So bleibt der Handel mit dem Karibikstaat vorerst grundsätzlich verboten.

US-Präsident Barack Obama kann die Umsetzung des Embargos aber teilweise selbst bestimmen und geht nun rechtlich so weit wie möglich. Künftig genehmigen die USA etwa den Export von Baumaterialien oder Ausstattung für private Unternehmen wie Restaurants, Friseursalons oder Bauernhöfe. Der Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen solle die Menschenrechte in Kuba stärken, sagte US-Handelsministerin Penny Pritzker.

Ausnahmen bei den Sanktionen gab es bereits vor der jetzigen Annäherung der Regierungen. 2013 ließ das Handelsministerium in Washington etwa Agrar- und medizinische Exporte in geringem Umfang zu. Insgesamt fallen die Geschäfte zwischen den beiden Ländern bislang nicht sonderlich ins Gewicht. Für dieses Jahr listet das US-Handelsministerium Ausfuhren im Gesamtwert von 260 Millionen Dollar 212 Mio. Euro). Zum Vergleich: Nach Deutschland exportierten die USA Waren im Wert von knapp 42 Milliarden Dollar (34 Mrd. Euro).

(dmz/dpa/ds; Foto: Dieter Schütz  / pixelio.de)