Venezuela: Inhaftierter Oppositioneller bricht Hungerstreik ab

 

Die Ehefrau von Daniel Ceballos auf der Pressekonferenz in Caracas (Foto: Unidad Venezuela)

Caracas, 12. Juni 2015 – Einer der beiden inhaftierten venezolanischen Oppositionspolitiker hat nach rund drei Wochen seinen Hungerstreik beendet. Es handelt sich um den Ex-Bürgermeister von San Cristóbal, Daniel Ceballos, der wegen mutmaßlicher Konspiration in Haft sitzt. Das teilte seine Ehefrau mit.

Patricia Ceballos erklärte, sie sei zunächst von ihrem Mann angerufen worden. Er habe ihr erklärt, dass er den Hungerstreik beende und die Entscheidung in einem Brief erklären wolle. Danach habe sie ihn für 15 Minuten nach seiner Überführung aus dem Gefängnis Guárico zum Sitz des Innengeheimdienstes Sebin in Caracas sehen können. Dabei habe er ihr den Brief übergeben können.

In dem Brief bedankt sich Ceballos für die Unterstützung der venezolanischen Bischofskonferenz für die Solidaridad während seines 20tägigen Hungerstreiks und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sowie der UNASUR für ihre Unterstützung.

Der zweite prominente Oppositionelle, Leopoldo López, befindet sich dagegen weiter im Hungerstreik, den er vor 18 Tagen begann. Wie Ceballos will auch er mit der Aktion auf seine Freilassung drängen und auf die Missachtung der Menschenrechte in Venezuela aufmerksam machen.

Mehrere Mitglieder von López‘ Partei Voluntad Popular sind ebenfalls im Hungerstreik. López (44) ist seit Februar 2014 in Haft. Er muss sich wegen mutmaßlicher Anstachelung zur Gewalt während der blutigen Proteste gegen die linke Regierung im Frühjahr 2014 verantworten.

Mehrere internationale prominente Politiker haben in den letzten Wochen versucht, die inhaftierten Oppositionellen zu besuchen, zuletzt der ehemalige spanische Ministerpräsident Felipe González. (dmz/hl mit Material von dpa)