Venezuela verlangt ölreiche Grenzregion von Guyana zurück

 

Nicolás Maduro im Grenzstreit mit Guyana: „Ich kann nicht erlauben, dass unsere Geschichte und unser Volk beleidigt werden…“ (Foto: Presidencia Venezuela)

Caracas, 10. Juli 2015 – Venezuela verlangt die rohstoffreiche Region Esequibo im Grenzgebiet zu Guyana zurück. Die Regierung will nun die Vereinten Nationen um Vermittlung bitten. Venezuela beansprucht die Region bereits seit mehr als 100 Jahren. Zuletzt war der Konflikt erneut aufgeflammt, weil Guyana dem US-Ölkonzern Exxon Mobil Förderlizenzen in dem Gebiet erteilt hatte.

Die Regierung Venezuelas werde Generalsekretär Ban Ki Moon um die Reaktivierung der sogenannten Mission der guten Dienste ersuchen, kündigte Außenministerin Delcy Rodríguez am Freitag an. Der Posten ist seit dem Tod des letzten UN-Vermittlers im vergangenen Jahr vakant. „Wir werden Esequibo auf friedlichem Wege zurückerlangen“, sagte die Chefdiplomatin. Sollte Venezuela sich durchsetzen, würde das Nachbarland Guyana über die Hälfte seines Staatsgebiets verlieren.

Guyana hat die Position Venezuelas im Grenzstreit zurückgewiesen, was der linke venezolanische Präsident Nicolás Maduro am Freitag prompt als “Beleidigung seines Landes” verurteilte: “Ich kann nicht erlauben, dass unsere Geschichte und unser Volk beleidigt werden…”, sagte Maduro in einer Rede am Freitag in Caracas. “Ich werde an meinem Kampf um die Rettung von Esequibo – die venezolanische Guyana Esequiba – entschieden festhalten, in allen internationalen Instanzen und mit der Unterstützung von euch Studenten, Arbeitern und den Brüdern der Streitkräfte”, betonte Maduro. Er warf warf Exxon Mobil vor, die Rechte in Guyana zu finanzieren, Söldner in Esequibo stationiert zu haben und die Region zu destabilisieren.

Hinter der patriotisch wirkenden Kampagne der venezolanischen Regierung dürften handfeste wirtschaftliche Interessen stecken. Das Land leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise und könnte zusätzliche Einnahmen gut gebrauchen. (dmz/hl mit Material von dpa)




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