Venezuelas Behörden untersagen González Besuch bei Oppositionellen

 

Der frühere spanische Ministerpräsident Felipe González in Begleitung von Lilian Tintori, Ehefrau von Leopoldo López (Foto: almomento.mx)

Caracas, 10. Juni 2015 –  Da nützte ihm auch sein internationales Renommée nichts: Der frühere spanische Premierminister Felipe González ist aus Venezuela abgereist, ohne dass er zwei inhaftierte Regierungskritiker hat besuchen dürfen. Die Behörden untersagten ihm ein Treffen mit inhaftierten Oppositionellen.

Oppositionsführer Leopoldo López und der Ex- Bürgermeister von San Cristóbal, Daniel Ceballos sitzen in unterschiedlichen Gefängnissen und sind seit über zwei Wochen im Hungerstreik González habe Venezuela wieder verlassen, teilte das Oppositionsbündnis MUD am Dienstag mit.

Spaniens Ex-Premier war am Sonntag in Venezuela eingetroffen, wo er sich mit dem oppositionellen Oberbürgermeister von Caracas, Antonio Ledezma, traf. Ledezma war aufgrund einer notwendigen Operation aus dem Gefängnis entlassen worden und steht derzeit unter Hausarrest. Auch ihm wirft die Regierung Konspiration vor. Die sozialistische Mehrheit des venezolanischen Parlaments hatte González zur „persona non grata“ erklärt. Staatschef Nicolás Maduro kritisierte den Besuch als Provokation der internationalen Rechten.

López (44) ist schon seit über einem Jahr in Haft und muss sich wegen mutmaßlicher Anstachelung zur Gewalt während der blutigen Proteste gegen die linke Regierung im Frühjahr 2014 verantworten. Am Mittwoch soll es in seinem Fall eine weitere Anhörung geben.

 „Die Reise von González nach Caracas wirft ein Licht auf die brutale Repression  in Venezuela. Oppositionelle werden willkürlich verhaftet. Die Regierung von Präsident Nicolás Maduro trat die Flucht nach vorn an, um die katastrophale Lage des Landes zu verschleiern. Die Inflationsrate ist eine der höchsten in der Welt, die Zahl der Morde ebenfalls“, schrieb die liberale Madrider Zeitung „El Mundo“ am Montag . „Bei zahlreichen Produkten gibt es Versorgungsengpässe, Maduros Popularitätsrate sank auf einen Tiefpunkt. Das Regime wird nicht von seinem autoritären Trend abgehen. Aktionen internationaler Führer zugunsten der Opposition wie die von González sind von enormer Bedeutung.“ (dmz/dpa/hl)