Verurteilter Ex-Präsident Portillo kehrt nach Guatemala zurück

 

 

Ex-Präsident Alfonso Portille während der Pressekonferenz am Flughafen “La Aurora” (Foto: alfonso_portillo / instagram)

Guatemala-Stadt, 26. Februar 2015 – Als erster guatemaltekischer Präsident musste sich Alfonso Portillo vor einem US-Gericht verantworten. Er hatte während seiner Amtszeit Schmiergelder in Millionenhöhe gewaschen. Knapp ein Jahr später darf er „als freier Mann“ in seine Heimat zurück – und schließt ein Polit-Comeback nicht aus.

Der wegen Geldwäsche verurteilte ehemalige guatemaltekische Präsident Alfonso Portillo ist aus der Haft in den USA in sein Heimatland zurückgekehrt. Er wurde am späten Mittwochabend in Guatemala von seiner Familie und unter dem Jubel Hunderter Anhänger empfangen.

Noch am Flughafen gab er eine Pressekonferenz, bei der er ein erneutes politisches Engagement nicht ausschloss. „Ich finde, man muss mit allen reden“, sagte er. Sollte sich ein demokratisches Bündnis finden, das die verschiedenen politischen Kräfte des Landes bündelt, sei er zu einer Rückkehr in die Politik bereit. Im September finden in Guatemala Präsidenten- und Kongresswahlen statt.

Bereits Tage vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis hatten Portillos Unterstützer seine Rückkehr mit einem Countdown in den sozialen Netzwerken zelebriert.

2,5 Millionen Dollar Schmiergelder gewaschen

Der frühere Staatschef hatte während seiner Amtszeit (2000 bis 2004) rund 2,5 Millionen US-Dollar Schmiergeld aus Taiwan über Konten in den USA, Frankreich, Luxemburg und der Schweiz gewaschen. Dafür verbüßte er in den Vereinigten Staaten eine knapp einjährige Freiheitsstrafe. Eigentlich hatte ihn ein New Yorker Gericht zu sechs Jahren Haft verurteilt. Wie der guatemaltekischen Botschafter in Washinton, Libna Bonilla, sagte, wurde ihm aber die Zeit, die er bereits in Guatemala im Gefängnis saß, angerechnet. „Nun ist er in Guatemala ein freier Mann“, sagte Bonillo.

Nach der Aufhebung seiner Immunität im Jahr 2004 floh Portillo nach Mexiko, wo die Behörden ihm zunächst eine einjährige Aufenthaltsgenehmigung erteilten. Im Jahr 2006 erwirkte das mexikanische Außenministerium seine Auslieferung nach Guatemala, wo er bis zur Auslieferung an die USA im Jahr 2011 in Haft saß. Er war damit der erste guatemaltekische Präsident, der sich vor einem US-Gericht verantworten musste. (dmz/ds mit Material von dpa)