Villiers/Zitzewitz festigen zweiten Rang bei Rallye Dakar

 

Nasser Al-Attiah liegt weiter in Führung (Foto: Facebook)

Iquique, 10. Januar 2015 – Das südafrikanisch-deutsche Duo Villiers/Zitzewitz lässt sich vom Spitzenreiter der Dakar nicht abwimmeln. Die Gewinner von 2009 festigen ihren zweiten Rang. Am Wochenende steht die Marathon-Etappe ohne Service bevor. Derweil wurden zwei Teilnehmer in Chile festgenommen – sie hatten eine historische Stätte befahren.

37 Sekunden haben Co-Pilot Dirk von Zitzewitz mit seinem Fahrer Giniel de Villiers zum ersten Tagessieg bei der diesjährigen Rallye Dakar gefehlt. Das Duo aus Karlshof und Südafrika musste sich am Freitag auf dem Teilstück von Antofagasta nach Iquique nur Spitzenreiter Nasser Al-Attiyah aus Katar und dessen französischem Beifahrer Matthieu Baumel geschlagen geben. «Wir waren heute richtig gut. Giniel ist einfach super gefahren, hat einen guten Rhythmus gefunden und ist zügig, aber sicher gefahren – eben das perfekte ‚Dakar‘-Tempo», sagte von Zitzewitz nach der sechsten Etappe.

Vor dem gefürchteten Marathon am Wochenende, bei dem den Teams keine Hilfe durch Mechaniker erlaubt ist, festigten Villiers/Zitzewitz auch ihren zweiten Gesamtrang. Al-Attiyah liegt mit seinem Mini derzeit 11:12 Minuten vor den beiden. Auf Rang drei mit einem gehörigen Rückstand folgen Yazeed Al-Rajhi aus Saudi Arabien mit seinem deutschen Beifahrer Timo Gottschalk. Den beiden fehlen auf die Spitze 28:44 Minuten und somit auf Rang zwei auch noch satte 17:32 Minuten.

Damit haben zwei Toyotas die Verfolgung auf Al-Attiyah aufgenommen. Rückkehrer Peugeot ist derzeit nicht unter den besten neun. Dakar-Rekordsieger Stephane Peterhansel aus Frankreich muss sich als bester Peugeot-Pilot mit Rang zehn begnügen.

Für Villiers/Zitzewitz, die 2009 bei der ersten Auflage der Dakar in Südamerika den Gesamtsieg geholt hatten, läuft hingegen alles nach Plan. Nach dem starken Auftritt am Freitag, bei dem sie einen zwischenzeitlichen Rückstand von rund zwei Minuten auf Al-Attiyah größtenteils wieder wettmachten, bereiteten der Karlshofer und sein südafrikanischer Fahrer sich umgehend auf die Marathon-Etappe vor. «Das wird eine heftige Nummer in den kommenden zwei Tagen», betonte Zitzewitz.

Insgesamt führt die Dakar in diesem Jahr von Buenos Aires über Chile und Bolivien wieder zurück in die argentinische Hauptstadt. Die Distanz beträgt rund 9000 Kilometer, die Rallye endet am 17. Januar.

Rallye-Piloten wegen Befahrens historischer Stätte festgenommen

Zwei Teilnehmer der Rallye Dakar sind in Chile vorläufig festgenommen worden, weil sie eine historische Stätte befahren haben. Der italienische Motorradpilot Matteo Casuccio und der niederländische Quad-Bike-Fahrer Kees Koolen waren auf der fünften Etappe von Copiapó nach Antofagasta von der vorgezeichneten Route abgekommen und über den Weg gefahren, der von chilenischen Truppen während des Salpeterkriegs gegen Bolivien und Peru (1879-1883) genutzt wurde. Diese Piste in der Atacama-Wüste steht unter archäologischem Schutz.

Die Piloten wurden am Donnerstagabend (Ortszeit) in Antofagasta vernommen und anschließend wieder frei gelassen, berichtete das Nachrichtenportal Emol. «Wir wollen nichts zerstören und bitten um Verzeihung, es war nur ein Irrtum», erklärte Casuccio. Koolen belegte nach Abschluss der Etappe mit seinem Honda-Quad den 15. Platz, Casuccio (Gasgas) landete an 99. Stelle unter den Motorradfahrern. (dpa/dmz/hl)