Von Mexiko nach Hamburg: Wie aus falschem Tequila echter Strom wird

Dieser im Oktober im Hamburger Hafen beschlagnahmte Tankcontainer enthielt fast 25.000 Liter  gefälschten Tequila aus Mexiko (Foto: Hauptzollamt Hamburg)

Hamburg, 9. Dezember 2015 – Dieser Digestif dürfte für die Besitzer nur schwer verdaulich sein: Sie wollten 25.000 Liter gefälschten Tequila von Mexiko nach Deutschland exportieren. Im Hamburger Hafen entdeckten Zollfahnder den Tankcontainer mit dem Fusel mit einem Alkoholgehalt von 65,1 Prozent. Den Tipp bekamen die Zollfahnder von mexikanischen Behörden. 

Wie das Hauptzollamt Hamburg-Hafen am Mittwoch mitteilte, entnahmen die Beamten Proben, die sie an den sogenannten Tequila-Regulierungsrat (Consejo Regulador del Tequila, CRT) in Mexiko und an ein Wissenschaftszentrum des Zolls in Berlin schickten. Beide Institutionen hätten bestätigt, dass es sich um eine Fälschung handele.

„Tequila“ ist eine international geschützte regionale Herkunftsbezeichnung für den Schnaps, der ausschließlich aus der Blauen Agave gewonnen wird. Das Anbaugebiet dieser Agave mit dem Städtchen Tequila im Zentrum gehört zum Weltnaturerbe und liegt im Bundesstaat Jalisco im Westen von Mexiko.

„Solch eine gewaltige Menge an gefälschtem Tequila haben wir bislang noch nie entdeckt“, sagte der Pressesprecher des Hauptzollamtes Hamburg-Hafen, Udo Storch. Die genau 24 700 Liter sollen am Donnerstag in einem Klärwerk im schleswig-holsteinischen Hettlingen vernichtet werden.

Dort soll er in eine Vergärungsanlage geleitet werden. Das dabei entstehende Klärgas soll über ein Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung dienen. Dass dabei kein Tropfen von dem Fusel zum Trinken übrig bleibt, davon werden sich Vertreter des Tequila-Regulierungsrates aus Mexiko und die mexikanische Botschafterin in Berlin, Patricia Espinosa, persönlich überzeugen. Sie werden am Donnerstag in Hettlingen zu der Vernichtsungsaktion erwartet. (dmz/vs/hl mit Material von dpa)