Vor Wahl in Guatemala: Favorit Baldizón darf keine Werbung mehr machen

 

Der Favorit der Partei Líder, Manuel Baldizón (Mitte) darf keine Werbung mehr schalten (Foto: Screenshot / Youtube)

Guatemala-Stadt, 8. August 2015 – Guatemala darf die Partei des Favoriten Manuel Baldizón keine Werbung mehr schalten. Sie hat sich nicht an Auflagen gehalten und bereits mehr als erlaubt investiert. Laut Beobachtern stammt ein Großteil des Geldes aus Korruption und organisierter Kriminalität.

Die Partei Líder habe die Ausgaben-Höchstgrenze von 6,7 Millionen US-Dollar (6,1 Mio Euro) überschritten, teilte das Wahlgericht am Freitag mit. Zudem müsse die Partei 100.000 Dollar Strafe zahlen. Zu der Präsidentenwahl am 6. September treten 14 Kandidaten an, die allerdings über sehr unterschiedliche Budgets verfügen. So investierte Líder dreimal so viel Geld in den Wahlkampf wie die finanziell zweitstärkste Partei UNE.

Einem Bericht der Internationalen Kommission gegen die Straffreiheit (Cicig) zufolge stammt ein Großteil der Mittel der Parteien aus Korruption. Allein das organisierte Verbrechen finanziert demnach rund ein Viertel der Parteienbudgets. Cicig hilft Guatemala bei der Strafverfolgung schwerer Verbrechen und dem Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen. Zuletzt hatte die UN-Kommission eine ganze Reihe von Korruptionsringen ausgehoben. (dmz/dpa/ds)