Waffenruhe in Kolumbien zu Neujahr? – Details weiter umstritten

 

Waffenruhe mit den Farc-Rebellen ist organisatorisch nicht einfach (Foto: HLN.BE / Twitter)

Bogotá, 1. November 2015  Die ab Neujahr von Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos angestrebte Waffenruhe mit den linken Farc-Rebellen gestaltet sich organisatorisch schwierig. Bisher sei die Guerilla nicht bereit, ihre an 63 Punkten im Land verteilten Einheiten an einigen wenigen Orten zu konzentrieren und somit die Einhaltung der Waffenruhe sicherzustellen, berichtete die Zeitung „El Tiempo“ am Sonntag.

Die größte und älteste Guerillagruppe Lateinamerikas will ihre schätzungsweise noch rund 8000 Kämpfer erst nach dem für Mitte März geplanten Abschluss eines Friedensvertrages an bestimmten Orten in Kolumbien Zusammenführen und die Entwaffnung einleiten.

Santos will den Waffenstillstand nach 50 Jahren Konflikt als ein “Weihnachtsgeschenk” für die Bürger verkünden und den UN-Sicherheitsrat um ein Mandat zur Kontrolle der Waffenruhe bitten. Für eine Kampfpause mit der zweiten, kleineren Guerillaorganisation ELN gibt es nach der jüngsten Tötung von zwölf Soldaten keine Anzeichen. Santos will den Widerstand mit einer neuen Militäroffensive brechen.

Entstanden sind die Guerillabewegungen vor allem durch Konflikte um ungerechte Landverteilung und angetrieben von Visionen einer linken, marxistischen Ideologie. Aber politische Motive sind im Laufe der Zeit in den Hintergrund getreten, den Bewegungen werden Verstrickungen in den Drogenhandel vorgeworfen. Im Dauerkonflikt zwischen dem kolumbianischen Staat und bewaffneten Gruppen sind seit Mitte der 1960er Jahre mehr als 220 000 Menschen gestorben. (dmz/dpa/hl)