Wallfahrt zur Basilika der Jungfrau von Guadalupe in Mexiko

 

Die jährliche Wallfahrt am 12. Dezember zur Basilika der Jungfrau von Guadalupe gilt als größte weltweit (Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 12. Dezember 2014 – Über 8,5 Millionen Katholiken, anderthalb Millionen mehr als erwartet,  sind an diesem Freitag zur Basilika der Jungfrau von Guadalupe in Mexiko-Stadt gepilgert.  Sie strömten aus allen Himmelsrichtungen in die Stadt, um der dunkelhäutigen Jungfrau am 483. Jahrestag ihrer Erscheinung auf dem Hügel des Tepeyac zu huldigen, Fürbitte zu leisten oder Dank zu sagen. Gläubige aus dem ganzen Land, aus Mittelamerika und aus den USA waren bereits in der Nacht zum Freitag an dem riesigen Gemälde vorbeigezogen. Wie es die Tradition verlangt, rutschten unzählige Gläubige zum Dank für eine Wohltat hunderte Meter auf Knien bis zum Marienbild. Bereits am 9. Dezember machen sich die ersten Pilger auf den Weg in die Hauptstadt.

Rund 20.000 Ordnungskräfte und Sanitäter sowie freiwillige Helfer sorgten für die Sicherheit und das Wohlergehen der Pilger. Die an fast tägliche Demonstrationen stressgewöhnten Autofahrer nahmen die Staus in Kauf, die Polizei hatte die Umleitungen aber wohl gut im Griff. „Alles gut gegangen“, hieß es am Freitagabend aus der Stadtverwaltung.

Der 12. Dezember ist zwar kein offizieller Feiertag, gilt aber als der wichtigste im Jahreskalender der Mexikaner. Selbst die Banken haben an diesem Tag geschlossen. Gefeiert wird die Jungfrau von Guadalupe im ganzen Land. In allen Kirchen und überall, wo eine Statue oder ein Bildnis der Heiligen an einer Straße steht oder hängt, kommen die Mexikaner zusammen, um ihre Nationalheilige zu feiern. Um Mitternacht werden ihr Ständchen gebracht und das traditionelle Geburtstagslied „Las Mañanitas“ gesungen. Die Patinnen (Madrinas) des jeweiligen Bildnisses sorgen für Essen und Trinken für die Gäste aus der Nachbarschaft, meistens Atole und Tamales sowie Hühnersuppe. Überall werden fast pausenlos Feuerwerkskörper in den Himmel geschossen, die ganze Nacht und den ganzen Tag.

Die Wallfahrt zur Basilika der Jungfrau von Guadalupe gilt als größte weltweit. Die Basilika am Fuße des Hügels Tepeyac im Norden von Mexiko-Stadt ist das wichtigste Heiligtum Mexikos. Hier soll die dunkelhäutige Jungfrau am 9. Dezember 1531 dem Indiojungen Juan Diego erschienen sein; er musste drei Mal hintereinander zum damaligen Bischofssitz, bis er endlich beim Bischof vorgelassen und dem Jungen geglaubt wurde. Juan Diego wurde 1990 von Papst Johannes Paul II. selig- und dann 2002 heiliggesprochen.

An der Stelle der Erscheinung wurde zuerst eine Kapelle, dann eine Kirche errichtet. Diese wurde schließlich für den Jahr für Jahr wachsenden Ansturm an Pilgern zu klein, außerdem sackte das schwere, in der Kolonialzeit errichtete Gebäude nach und nach in den weichen Untergrund und musste deshalb für die Wallfahrt gesperrt werden. Die neue Basilica de Guadalupe wurde von dem mexikanischen Stararchitekten Pedro Ramírez Vázquez (1919-2013) entworfen, 1974 geweiht und 1975 eröffnet. Mit 10.000 Sitzplätzen und Raum für insgesamt 40.000 Besucher gilt sie als eines der größten Kirchengebäude weltweit. (dmz/hl; Foto: www.almomento.mx)