Weiterer Verdächtigter nach mutmaßlichem Studenten-Massaker in Mexiko gefasst

 

Das mutmaßliche Massaker an den Studenten aus Ayotzinapa im September 2014 hat zu andauernden heftigen Protesten gegen Mexikos Regierung geführt (Foto: www.almomento.mx)

Cuernavaca, 17. Januar 2015 – Fast vier Monate nach dem Verschwinden Dutzender Studenten im Bundesstaat Guerrero ist nun ein weiterer Hauptverdächtiger festgenommen worden. Felipe Rodríguez alias „El Cepillo“ sei in Jiutepec in der Nähe vom Cuenavaca in Morelos gefasst worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Freitag mit. An dem Einsatz seien die Streitkräfte und die Bundespolizei beteiligt gewesen. Der Mann wurde in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht.

Jiutepec gilt als Rückzugsort von Drogenbossen. Hier hatte auch Arturo Beltrán Leyva ein Haus. Beltrán Leyva kam 2009 bei einer Schießerei in seiner Luxuswohnung in Cuernavaca ums Leben.

Ende September hatten Polizisten in der Stadt Iguala 43 Studenten verschleppt und sie laut Zeugenaussagen der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ übergeben. Bandenmitglieder räumten mittlerweile ein, die jungen Leute getötet und verbrannt zu haben. Die Ermittler entdeckten am mutmaßlichen Tatort nur wenige Überreste. Eindeutig identifiziert wurde bislang lediglich ein Opfer.

Als Mitglied der „Guerreros Unidos“ sei der nun inhaftierte Verdächtige für den Mord und die Verschleierung der Tat verantwortlich, hieß es in einem Bericht der Zeitung „Milenio“. So soll er seine Mittäter angewiesen haben, ihre Kleidung zu verbrennen, um Beweise zu vernichten.

Mittlerweile sind wegen des Verbrechens 97 Verdächtige in Haft, darunter Polizisten und Bandenmitglieder. Gegen den Bürgermeister von Iguala und seine Frau wurde bereits Anklage erhoben. Der Rathauschef soll die Tat angeordnet haben, um zu verhindern, dass die Studenten eine Rede seiner Ehefrau stören. (dmz/hl mit Material von dpa)