Weltrekordfahrt im Heliumballon: In 160 Stunden über den Pazifik

So sieht es aus, wenn die Fahrer aus ihrem Ballon blicken. (Foto: Troy Bradley / Two Eagles)

La Paz, 31. Januar 2015 (Update) – In über sechs Tagen haben ein Russe und ein Amerikaner im Heliumballon den Pazifischen Ozean überquert. Mit ihrer Fahrt stellten die beiden gleich zwei Rekorde auf: den für die längste Strecke und die längste Fahrdauer. Vor der Küste Mexikos ging die Reise am Samstag zu Ende.

Ein Russe und ein US-Amerikaner haben eine Weltrekordfahrt mit einem Heliumballon zurückgelegt: Leonid Tjuchtjajew und Troy Bradley fuhren insgesamt rund 10.696 Kilometer über den Pazifischen Ozean. Bereits am Freitagmorgen um kurz nach Mitternacht (1.16 Uhr Mitteleuropäischer Zeit) übertrafen die beiden damit den bestehenden Weltrekord für die weiteste mit einem Gasballon gefahrene Strecke um ein Prozent, wie es auf der gemeinsamen Webseite der Ballonfahrer heißt. Der Internationale Luftsportverband FAI gibt dies als Mindestvoraussetzung für eine neue Bestmarke vor.

Der alte Rekord war im Jahr 1981 mit einer Distanz von 8.383 Kilometern zwischen Nagasaki und Kalifornien von einem amerikanischen Piloten aufgestellt worden. Die neue Bestmarke müsse noch offiziell als Weltrekord anerkannt werden, teilten die Organisatoren mit.

Auch das zweite angestrebte Ziel haben die beiden Fahrer erreicht: Die Männer knackten auch den Rekord für die längste Fahrdauer mit einem Gasballon. Für ihre Pazifiküberquerung benötigten Bradley und Tjuchtjajew ingesamt sechs Tage, 16 Stunden und 37 Minuten. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 1978 war mit einer fünftägigen Reise über den Atlantik (137 Stunden, 5 Minuten und 50 Sekunden) aufgestellt worden.

Landen sollte der Ballon eigentlich in Kanada, was aber wegen zu starken Windes abgesagt werden musste, wie es in einem Bericht des Senders BBC heißt. Deshalb fuhr „Two Eagles“ in Richtung Mexiko. Am Samstagmorgen war es dann so weit: Ihre Reise ging nahe der Ortschaft La Poza Grande im Bundesstaat Baja California Sur zu Ende. Der Ballon sei stabil und es gehe ihnen gut, teilten sie auf ihrer Website mit.

Wegen parallel zur Küste verlaufender Winde hätten sie sich zu einer Landung auf dem Wasser entschlossen. Eine Wasserlandung sei nach dem internationalen Reglement für Rekorde in der Ballonfahrt zulässig. Sie stünden in Kontakt mit den mexikanischen Behörden. Die Küstenwache werde sie nun an Land schleppen, schrieben die Ballonfahrer.

Die beiden Piloten, der 50 Jahre alte Troy Bradley und sein 58 Jahre alter Kollege Leonid Tjuchtjajew, saßen während ihrer Fahrt in einer engen Kapsel, ausgerüstet mit wetterfester Kleidung und zusätzlichem Sauerstoff. Sie waren am Sonntagmorgen mit ihrem „Two Eagles“-Ballon im japanischen Saga gestartet. Mit ihrem Heliumballon hätten Bradley und Tjuchtjajew theoretisch bis zu zehn Tage in der Luft bleiben können.

(dmz/ds mit Material von dpa; Update 31.01.14 14:00)