Weltrisikobericht: Naturkatastrophen und Hunger sind tödlicher Mix

 

Der Weltrisikobericht wurde am Dienstag in Berlin vorgestellt (Facebook)

Berlin, 17. November 2015 – Japan gehört zu den Staaten, die am stärksten von extremen Naturereignissen betroffen sind. Anders als die Philippinen und Bangladesch hat es Japan geschafft, die Risiken durch gute Bewältigungs- und Anpassungskapazitäten zu begrenzen.

Wenn Erdbeben, Vulkanausbrüche, Dürreperioden oder Sturmfluten auf eine ohnehin schon instabile Versorgungslage treffen, potenziert sich das Katastrophenrisiko.

Davor warnt der aktuelle Weltrisikobericht, der am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde. Einen hohen Handlungsbedarf in Sachen Ernährungssicherheit sehen die Autoren der Studie unter anderem in Bangladesch, Haiti, im Senegal, in Simbabwe und im Tschad.

Zu den Staaten, die zwar durch extreme Naturereignisse stark gefährdet sind, die Risiken aber durch eine sehr gute Ausgangslage bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser minimieren, zählen Rumänien, Griechenland, Japan, Kuba und die Niederlande. 

Deutschland liegt im Weltrisikoindex 2015 auf Platz 146 von insgesamt 171 und hat sich damit um einen Platz verbessert. Albanien ist auf dem 37. Platz das europäische Land mit dem höchsten Risiko, gefolgt von den Niederlanden (50). Angeführt wird die Liste von den Inselstaaten Vanuatu (1) und Tonga (2). Zu den Hochrisikoländern zählen die Philippinen (3), Guatemala (4), Bangladesch (6), Costa Rica (7) und Kambodscha (8).

„Fortschritte in der Ernährungssicherheit werden das Katastrophenrisiko in vielerlei Hinsicht reduzieren“, heißt es in dem Bericht. Er wird alljährlich vom „Bündnis Entwicklung Hilft“ in Auftrag gegeben. 

Ein weiterer wichtiger Faktor sind die lokalen Strukturen zur Bewältigung von Naturkatastrophen. Die sind der Studie zufolge nirgendwo so mangelhaft wie im Sudan. Trotz internationaler Hilfe seien auch die Möglichkeiten Afghanistans in diesem Bereich sehr schlecht.

Bei der Einschätzung der „Bewältigungskapazitäten“ spielen auch politische Risiken eine Rolle. Saudi-Arabien konnte auf diesem Gebiet zuletzt die größten Verbesserungen erzielen, nachdem sich die Zahl der Ärzte von 9,39 auf 24,91 pro 10 000 Einwohner erhöht hat. Ruanda verschlechterte sich besonders stark, was hauptsächlich auf die Indikatoren „Wahrnehmung von Korruption“ und Mangel an „guter Regierungsführung“ zurückzuführen ist.

Die Autoren der Studie räumten allerdings ein, dass aus einigen Konfliktgebieten etwa in Somalia keine gesicherten Daten vorliegen. (dmz/dpa/vs)